24 Februar 2019

Bilderbuch

Ich möchte mal schnell diese Band abfeiern, okay?

Zunächst mal Hut ab vor den Leuten um sie herum, die sie spätestens seit dem Erfolg von  SCHICK SCHOCK einfach machen lassen. Ganz im Ernst: dass man ihnen Magic Life hat durchgehen lassen, war schon allerhand, denn dieses Album dürfte dem einen oder anderen schwer im Magen gelegen haben. Da ging nix auf Nummer Sicher, das war mitunter ganz schön artsyfartsy - aber im allerbesten Sinne!

Womit wir bei der Band wären, die nach SCHICK SCHOCK eben nicht das gemacht hat, was man erwartet hätte, sondern die demonstriert hat, was sie eigentlich will - sperrig sein, dabei aber trotzdem unfassbar cool und mit einem mehr als guten Gespür für Großes! Letzteres kann man daran ablesen, dass sie trotz dieses gar nicht mal so einfachen Albums in puncto Erfolg trotzdem noch einen draufgelegt haben. Erstaunlicherweise hat ihre Hörerschaft tatsächlich perfekt begriffen, was für einem Rohdiamanten sie da ihr Ohr geschenkt haben, und man darf gespannt sein, wo die Reise noch hingeht.

Auch optisch haben die Österreicher alles unter Kontrolle. Das betrifft sowohl die Covergestaltung als auch ihre Videos. Manches würde bei anderen als albern und künstlich wahrgenommen, bei ihnen nicht. Und zwar selbst dann, wenn es eigentlich albern und künstl(er)isch gemeint ist!



Die Ankündigung, gleichzeitig zwei Alben herauszubringen (auch hierfür noch mal: Chapeau an die Labelverantwortlichen!), kam schon relativ früh, aber dann war mea culpa, das erste der beiden Alben, von einem auf den anderen Tag zumindest digital zu haben; physisch sollte es dann zwei Monate später zusammen mit Vernissage my heart herauskommen. 

Dass man daraus kein Einzelalbum mit rund 70 Minuten Spielzeit gemacht hat, ist abseits von der Besonderheit dieser Veröffentlichungsart, die sicherlich weit mehr Aufmerksamkeit einbringt, die genau richtige Entscheidung gewesen. Klingt mea culpa einfach nur unfassbar lässig nach Club, ist Vernissage my heart das Album, auf dem Bilderbuch die Band raushängen lassen. Diese zwei Seiten getrennt darzubieten, ist völlig richtig gewesen! Und interessanterweise nimmt man ihnen auch beide Seiten ab, ohne mit der Wimper zu zucken.

Man darf gespannt sein, wie sie das bei der bald stattfindenden Tour auf die Bühne bringen. Ich würde auf jeden Fall jetzt schon wetten wollen, dass sie so was wie "Schick Schock" dort nicht mehr auf der Setlist stehen haben. Falls doch, wäre ich fast schon enttäuscht.

Megaband, die ganz bei sich ist und genau deshalb so klingt und aussieht, wie sie klingt und aussieht. Definitiv ein Ausnahmephänomen in der zeitgenössischen Popmusik! 

Und dann noch dieser unfassbar gute Gitarrist - Alter!!!
Mein Foto
Name:
Standort: Ehrenfeld, Germany

Why don't we do it in the road?