13 Januar 2019

Operation Tascam

Bei der popNRW-Gala 2017 waren Japanische Kampfhörspiele in der Kategorie "Outstanding artists" nominiert. Über diese Veranstaltung und vor allem den Eindruck, den die "Popmusikförderung NRW" an diesem Abend gemacht hat, ließe sich vortrefflich bloggen, allerdings möchte ich über etwas anderes reden, was an diesem Abend seinen Anfang genommen hat. 
Junge von EA 80 (die in derselben Kategorie nominiert gewesen sind) berichtete mir seinerzeit nämlich von einem geplanten EA80-Coveralbum. Ich hatte der Band ja 1996 meine Coverversion von "Der Ableser" geschickt, und Junge meinte, dass ich doch mal nachhören könnte, ob der Song nicht auch ein Kandidat für diese Compilation sein könnte.

Ich kramte daraufhin mein Tascam Portstudio 488 Mk II wieder hervor (das ich in all den Jahren ein einziges Mal benutzt hatte, da ich die Gitarrenspur von einem Dus Diva-Song für daghoti. wiederverwenden wollte) und zog die Spuren auf meinen Rechner, um sie dort neu abzumischen (was den Vorteil hatte, dass ich hier und da sogar noch kleine Fehler ausmerzen konnte). Bei dieser Aktion hörte ich auch andere Tapes durch und erfreute mich an z.T. komplett vergessenen Sachen, aber natürlich auch an vielem Kram, an den ich mich noch gut erinnern konnte. Da das Remix-Ergebnis soundlich durchaus einen Quantensprung darstellte, entschloss ich mich, in Zukunft noch einiges mehr zu remixen. 


Grundsätzlich ist die dafür notwendige Vorarbeit sehr zeitaufreibend, da man die Spuren ja alle zunächst mal aufnehmen muss (bei einem 5-minütigen Song dauert es also alleine 4x5 Minuten, bis man erst einmal die Spuren auf dem Rechner hat; im Anschluss muss man dann noch viel angleichen, weil so ein Tonband ganz offensichtlich nicht immer wirklich exakt läuft und man die Spuren daher nicht immer einfach nur übereinanderlegen kann). 

Irgendwann wollte ich damit mal beginnen und stellte dabei fest, dass sich auf meinem Tascam leider gar nichts mehr tat, da das Band sich nicht Bewegung setzte. Bereits bei "Der Ableser" waren manchmal merkwürdige Dinge passiert; jetzt hatte das Laufwerk offenbar das Zeitliche gesegnet.

Nächstes Projekt also: bei eBay bzw. eBay-Kleinanzeigen ein funktionierendes Gerät finden. In der Tat fand ich auch ein paar, wobei der Text dort sinngemäß immer war, dass alles tadellos funktionieren würde, nur das Laufwerk sei kaputt. Na super, dass Ihr trotzdem noch 300€ und mehr dafür haben wollt - WTF!?!
Gottseidank gibt es aber ja das allmächtige Internet, in dem ich herausfand, dass bei diesen Geräten offenbar ein extrem mangelhaftes Zahnrad verbaut worden war, das sich im Laufe der Jahre schlichtweg auflöste. Und tatsächlich teilte mir das Internet ferner mit, dass es auf diesem Erdenrund noch exakt zwei Menschen gibt, die genau dieses Zahnrad noch herstellen (die Firma TEAC hatte mir zuvor versichert, dass sie just dies schon lange nicht mehr täten und auch keine mehr vorrätig hätten).
Bei eBay fand ich schließlich doch noch ein funktionierendes Gerät (allerdings nicht meine Mk II-Version, sondern nur das erste Modell), aber zeitgleich kümmerte ich mich auch um ein neues Zahnrad, denn bei YouTube hatte ich ein Video entdeckt, in dem jemand genau dieses Zahnrad bei genau diesem Gerät austauscht. Besonders hilfreich bei diesem Video war es übrigens, dass ich sehen konnte, dass man das Gerät nicht mit spitzen Fingern anfassen muss, sondern durchaus rustikal vorgehen kann - das hätte ich mich nie getraut aus  lauter Angst, etwas kaputtzumachen!


Nun denn, ich öffnete mein Gerät und stellte fest, dass in der Tat am ebendiesem Zahnrad vier oder fünf Zinken fehlten. Daraufhin bestellte ich also eines dieser Zahnräder, und selbstverständlich trat der worst case an, denn ich musste dieses Zahnrad auch noch beim Zoll in Köln-Wahn abholen, so dass ich insgesamt (Fahrzeit und Benzinverbrauch gar nicht miteingerechnet) rund 50€ dafür bezahlt habe. Außerdem lachte die Zollbeamtin
mich fast aus, als ich ihr das lächerlich kleine Zahnrad zeigte.
 
Egal - ich muss mir immer noch auf die Schultern klopfen, denn tatsächlich schaffte ich es, mein Mk II wieder ans Laufen zu bringen!!!




In den Herbstferien 2018 machte ich mich dann generalsstabsmäßig eine Woche lang daran, die Spuren von ein paar
Dus Diva-Songs auf den Rechner zu ziehen und diese neu abzumischen. Zu hören sind die Ergebnisse unter http://dusdiva.bandcamp.com/(wie schon bei den Aufnahmen damals geschah auch das Remixen selbst allerdings eher schnell, denn ich bin einfach immer noch kein Perfektionist geworden und gebe mich weitaus schneller mit meinen Ergebnissen zufrieden, als vielleicht manchmal nötig wäre). 
Weitere Remixes (nicht nur von Dus Diva, sondern auch von ein paar anderen alten Verbrechen) sind geplant - stay tuned (or not)!

Der Vollständigkeit halber hier noch für Interessierte bzw. Betroffene die wichtigsten Infos zu dem Zahnrad (die offizielle Bezeichnung lautet übrigens #9278377600):

Zu bestellen wäre es bei skywavebe@sbcglobal.net
Die Reparatur gibt es unter https://www.youtube.com/watch?v=ur7b21ZJpqU zu sehen (in Teil 1 tauscht er übrigens den Antriebsriemen aus, was ja vielleicht ebenfalls für den einen oder anderen interessant sein könnte; diesen Riemen bekommt man übrigens ungleich unkomplizierter/preiswerter bei eBay, aber das nur nebenbei).

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Abonnieren Kommentare zum Post [Atom]

<< Startseite

Mein Foto
Name:
Standort: Ehrenfeld, Germany

Why don't we do it in the road?