22 März 2017

Lieblingsband zugelaufen

Zum Thema "Lieblingsband" habe ich ja schon ein paar Posts hier abgelassen, die ich hier nicht noch einmal zu verlinken brauche, weil den Blog ja schließlich eh niemand liest und es eigentlich auch niemanden wirklich interessiert, welche Bands ich am besten finde (erwähnte ich eigentlich bereits, wie ich zu den ersten vier Danzig-Alben stehe?). Trotzdem möchte ich der Reihe mit diesem Post hier eine Band hinzufügen, von der ich bis vor kurzem selbst nicht wusste, dass sie offenbar sowas wie eine Lieblingsband von mir ist.

Sonic Youth waren immer da. Irgendwie. Und sind mir dabei lange am Arsch vorbeigegangen. Ich fand die Musik nicht schlecht, aber sie blieb nicht so hängen, dass ich mich näher damit beschäftigen wollte. Sie war halt da. Und die Band auch.
Ich weiß gar nicht genau, ob ich viele Leute kenne, die Sonic Youth gehört haben. Eigentlich kann ich mir gerade nur an einen erinnern. Ist auf jeden Fall nicht so, als hätte mich irgendwer zu der Band gebracht. Wie gesagt - offenbar war sie einfach immer da.

Naja, und dann ging das irgendwann mit dem Grunge los. Der hat mich auch nie gepackt. Ich war zwar altersmäßig mit Anfang 20 quasi live dabei und fand manches sogar ganz okay, aber ich war definitiv kein Grunge-Jünger und fühlte mich tatsächlich bereits etwas zu alt für diesen Hype.
Dann gingen Sonic Youth mit Butch Vig ins Studio, der gerade mit Nevermind durch die Decke gegangen war (noch so ein Album/eine Band, das/die ich zwar okay, aber nicht großartig fand/finde), um Dirty aufzunehmen - ein Album, das ich vom ersten bis zum letzten Ton umwerfend gut fand!
Das Konzert im E-Werk in Köln damals war ebenfalls großartig, ich kaufte mir dort sogar eine Mütze der Band (allerdings habe ich keine Ahnung, mit wem ich da war - vielleicht irgendein Kommilitone, den ich mittlerweile vergessen habe?). Auch kramte ich zu dieser Zeit noch mal die Kassette mit Daydream Nation raus, die ich mir vom Vinyl meines damaligen Gitarristen gezogen hatte und zwar gut fand, aber eben nie wirklich hören wollte. Trotz Dirty-Begeisterung änderte sich an meiner Haltung der Band Sonic Youth gegenüber aber nix.


Über diese ganzen Gitarrentricksereien mit den beknackten Stimmungen, die Glenn Branca- und überhaupt diese ganze Avantgarde-Connection wusste ich dann zwar auch irgendwann Bescheid, aber dennoch führte das eigentlich aus heutiger Sicht unerklärterweise nicht dazu, dass ich tiefer in die Materie eintauchen wollte. Irgendwie waren sie mir wohl einfach trotzdem zu indiemäßig, und so ein Indie-Schluffen bin ich halt nie gewesen.
 

Fast forward zu ihrem letzten Album The Eternal. Weiß der Geier, warum es passiert ist, aber diese Platte habe ich mir damals sehr bald nach Erscheinen gekauft. Ich wusste damals nicht mal, dass es ihre letzte ist, weil ich mich mit Sonic Youth schlichtweg noch immer nicht beschäftigte. Vielleicht fand ich nur das Cover gut, vielleicht war sie besonders preiswert - keine Ahnung. Auf jeden Fall drehte sich die Platte hier bei mir und wusste von Beginn an durchgängig zu gefallen. Und zwar sehr. 

Dann passierte lange Zeit in Sachen Sonic Youth wieder nichts mehr, bis mir ein paar Jahre später aus heiterem Himmel einfiel, dass mein Lieblings-Sonic-Youthler von Beginn immer an Lee Ranaldo gewesen war. 

Auch hier wieder: keine Ahnung, warum das so war/ist! Vielleicht weil er schon so früh graue Haare hatte? Weil er irgendwie am "erwachsensten" aussah? Weil ich dachte, der Akne-Junge des Dirty-Artworks wäre er als Jugendlicher, weshalb er mir irgendwie leid tat? K.e.i.n.e. A.h.n.u.n.g.!

Ohne Witz - Thurston Moore habe ich anfangs kaum wahrgenommen; womöglich weil er eben so ein Indie-Schluffen war. Und Kim Gordon war nur "interessant", weil sie eine Frau in einer Rockband war, in der sonst nur Männer waren, aber ich wäre nicht in der Lage gewesen, mich an der Erstellung eines Phantombilds zu beteiligen. Und irgendwie sah sie mir vielleicht auch zu abgefuckt aus.
 

Und der Drummer?  Okay, vielleicht sah tatsächlich doch der am erwachsensten aus, aber irgendwie halt nicht so sympathisch (?) wie Ranaldo. Und außerdem saß er hinten und machte nicht so viel unfassbaren Krach wie die Gitarristen weiter vorne auf der Bühne, die sich Drumsticks unter die Saiten steckten und auf ihre Gitarren einschlugen.

Wie dem auch sei - nachdem mir wieder eingefallen war, dass Ranaldo mein Liebling war, kaufte ich mir bei Erscheinen sein Album Last Night on Earth. Und weil ich dieses sofort ziemlich super fand, direkt danach auch Between the Times and the Tides. Gefiel mir ebenfalls. 


Daraufhin "besorgte" ich mir ein paar Sonic Youth-Alben, die ich noch nicht oder nur wenig (vom Weghören) kannte. Aber die lagen dann auch erst mal wieder ein paar Jahre mehr oder minder ungehört auf der Festplatte rum. Dasselbe Phänomen wie Jahre zuvor: Joa, ist gut. Aber ich höre dann jetzt erst mal was anderes. Später mal...

Und naja, dann kündigte Thurston Moore vor ein paar Wochen mit dem ziemlich geilen Song "Cease Fire" sein neues Album an (der Song selbst wird übrigens witzigerweise gar nicht auf dem Album drauf sein, habe ich herausgefunden). Schnell bemerkte ich, dass auch sein letztes Album The Best Day ziemlich super ist. Und dann fing ich halt doch noch endlich an, mir die Sonic Youth-Platten auf meiner Festplatte mal öfter und genauer anzuhören.

Das Ergebnis dieser Studien ist: offenbar bin ich erst 2017 fähig und bereit zu erkennen, wie außerordentlich gut mir diese Musik gefällt! Witzigerweise wusste ich das ja schon irgendwie immer, aber ich glaube wirklich, dass ich das früher nicht so begreifen konnte (wollte?) wie heute. Es fällt mir sogar schwer, mir vorzustellen, wie man die Musik als Teenager oder Twen wirklich vollends begreifen und gutfinden kann, denn bei aller Indie-Leichtigkeit ist das doch mal echt Musik für Erwachsene!!!
 

Jetzt bin ich erwachsen. Und offenbar Sonic Youth-Fan.

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21 März 2017

Auf absehbare Zeit vermutlich erst einmal letzter Danzig-Post

Ich hatte zwar angekündigt, mir auch die Alben nach 4p mal genauer zu Gemüte zu führen, aber wenn ich das Cover des für Mai angekündigten Albums sehe, frage ich mich schon, wie ich ihn je wieder ernst nehmen kann (falls ich das wirklich jemals tat):



Nicht Dein Ernst, Glenn? :D

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