28 Dezember 2013

musique 2013

Hm, dieses Jahr habe ich ja nicht so richtig viel hier reingeschrieben. Es scheint also so zu sein, dass der Äußerungsdrang und wohl auch die Zeit, die für so einen Blog nötig ist, bei mir nicht in der Form vorhanden ist, dass ich Opportunities etwas mehr in mein Leben holen will/kann. Da das hier aber eh keiner liest, macht mir das gar nichts aus.

Trotzdem will ich mich ein weiteres Mal mit meinen Platten des Jahres im Internet verewigen, nachdem ich das zugegebenermaßen bereits bei Facebook getan habe, wo ich allerdings die Erläuterungen weggelassen habe.

Nun denn - nach dem für mich musikalisch so großartigen letzten Jahr konnte 2013 nur abstinken, und tatsächlich hat es einige Zeit gedauert, bis ich mich damit anfreunden konnte. Beim Blick auf die abschließende (jaja, in den nächsten Jahren kommen bestimmt noch Alben von 2013 dazu, aber so ist das nun einmal am Ende eines Jahres...) Liste stelle ich aber fest, dass ich auf hohem Niveau jammern würde, wenn ich mich über die Qualität des Musikjahres 2013 beklagte. Meine Nummer Eins hätte es z.B. in so ziemlich jedem Jahr mindestens in die Top Ten geschafft, und ich wage zu behaupten, dass es immer noch wächst.

01 Kayo Dot - Hubardo
Ein Grund für die Vermutung, dass es noch weiter wachsen wird, liegt darin begründet, dass mir die Deluxe Edition mit dem Dreifachvinyl noch nicht vorliegt, weil sie nach der Vorfinanzierung noch nicht unter die Leute gebracht wurde, aber ich habe sie zumindest schon einmal in Fotoform gesehen, und die Musik alleine ist sowieso so zweifellos groß, dass es dieses Album auch ohne physische Präsenz konkurrenzlos und mit einigem Abstand an die Spitze meiner Jahrescharts gebracht hat.

Dass es als Dreifachvinyl veröffentlicht wird, hat schlichtweg den Grund, dass es von Beginn an so konzipiert wurde, auf sechs Seiten verteilt zu werden, und ich freue mich jetzt schon, dies einmal zelebrieren zu können - seit nicht so langer Zeit im Wohnzimmer, wo jetzt ein Dual-Plattenspieler und ein Saba-Röhrenverstärker aus den 60ern des vorigen Jahrhunderts steht, was mir das Zelebrieren noch einmal erleichtert.
Doch ich schweife ab - Hubardo hat mich beschäftigt, und das fing bereits mit dem etwas... äh... merkwürdigen Gegrunze beim Opener an. Ich hatte auch lange gar nicht vor, so viel Geld auszugeben und schon mal gar nicht für die Deluxe Edition. Doch irgendwann hatte mich das Album gepackt, und von da an gab es kein Zurück mehr.
Schon der Vorgänger Gamma Knife hatte mich begeistert, nachdem Coyote mich eher gelangweilt zurückgelassen hatte, woran sich bis heute nichts geändert hat. Irgendwie muss ich mich, glaube ich, mal mehr mit Black Metal  beschäftigen, denn vieles von dem, was ich kenne, fasziniert mich. Natürlich ist weder Gamma Knife noch Hubardo Black Metal, aber dieses Genre schwingt durchaus mit, und so ist es irgendwie auch nicht überraschend, dass der Deluxe Edition ein gebundenes Buch namens The Sword of Satan beiliegen wird, in dem die Texte von Sänger Jason Byron zusammengestellt sind, den man ja von Toby Drivers alter Band maudlin of the Well kennt und der auch bei diesem Album von Kayo Dot mitgemischt hat.
Black Metal ist aber nicht alles, was man auf Hubardo hören kann, denn musikalisch hat Driver hier mal eben sein eigenes Schaffen quasi in einem Rundumschlag zusammengefasst. Ich will dazu gar nicht mehr viel sagen als nur dieses: ich kenne nicht viele Alben, die intensiver sind und das Label "Konzeptalbum" mehr verdient haben.


Nach Hubardo kann es in meiner Liste nur eine Lücke geben, bis ein weiteres Album folgt, denn ohne die Platten danach abwerten zu wollen, spielen sie einfach nicht in derselben Liga.



OK, weiter geht's mit
02 David Lynch - The Big Dream

Wie ich ja hier schon einmal verkündet habe, hat schon Crazy Clown Time mich nachhaltig beeindruckt, obwohl ja langweiligerweise nur Musik zu hören ist, bei der einem sehr schnell der Name David Lynch einfällt, denn so hätte man sich wohl Musik von ihm vorgestellt. Zwar klingt The Big Dream - wie gesagt - nicht wirklich anders als sein Vorgänger, aber auf  seinem zweiten Album wird für mich noch deutlicher, dass David Lynch sich hier musikalisch verwirklicht, und von daher freue ich mich schon auf sein nächstes Album. 
Mit Vorliebe höre ich das Album im Auto, weil da der Bass mehr wummert als bei mir zuhause. Den Tremolo-Effekt bei der Gitarre liebe ich eh, aber diese Gesamtmischung aus Trip Hop, Deltablues und eben David Lynch-Atmo finde ich wirklich großartig.

03 Den Sorte Skole - Lektion IIIGehört habe ich Den Sorte Skole zum ersten Mal in knapp 2000m Höhe in unserem geliebten Urlaubsziel Berghütte. Dort entdeckten wir eines Abends den wirklich beachtlich guten österreichischen Sender FM4, bei dem fast ausschließlich gute Musik lief, von der man noch nie gehört hatte. Wir gerieten in die Worldwide Show von Gilles Peterson, bei der ich irgendwann damit begann, mir die Interpreten aufzuschreiben. Einer davon hörte auf den Namen Den Sorte Skole und als wir wieder zuhause waren, nahm ich deren großzügiges Angebot an, mir ihr neuestes Werk gratis herunterzuladen, was ich jedem empfehlen möchte, der auf Samplekunst steht.

04 SchnAAk and the Rundu Choir - No Security Through Numbers
Eigentlich ist diese EP ja schon älter, denn sie wurde zusammen mit der EP Cool Drink Town  bereits ein Jahr vorher auf einer Doppelkassette veröffentlicht, was aber nichts daran ändert, dass
SchnAAk hiermit ihren einzigartigen Status noch einmal untermauert haben.
Auch wenn sich No Security Through Numbers sehr von ihrem bisherigen Output unterscheidet, kann man SchnAAk jederzeit erkennen und darf noch große Taten von diesem Duo erwarten.

05 Cotton Ponies - ZwistDieses Album ist vor allem eins - zu kurz! Ich habe nichts gegen kurze Alben, aber 1-2 Songs mehr wären toll gewesen und hätten Zwist noch runder gemacht, als es ohnehin ist. Das Konzert in der Baustelle Kalk war super, und das gilt auch für die Musik dieses überaus sympathischen Math Rock-Trios.

06 The InBetweens - Out On A LimbAuch hier liegt mir das Vinyl immer noch nicht vor, weil Gitarrist Mike Gamble, den ich hier auch schon mal lobend gefeatured habe es immer noch nicht auf die Reihe gekriegt hat, mir mein Exemplar zu schicken. Wenngleich mir sein Solozeugs nach wie vor besser gefällt, ist es sehr schön, seinen sehr eigenen Sound in diesem Jazz-Trio, in dem er zusammen mit dem Sohn von Keith Jarrett und einem der Percussionisten der Youngblood Brass Band zusammenspielt, wiederzufinden. Auf
Out On A Limb ist mit "Saturn's Return" auch eins seiner eigenen Stücke vertreten.

07 The Knells - s/t
Kurz vor Toresschluss ist mir auf Empfehlung von Toby Driver noch dieses wirklich beeindruckende Album untergekommen, das mit etwas mehr Luft zum Atmen womöglich noch weiter oben hätte landen können. Musikalisch haben wir es hier eindeutig mit Progressive Rock zu tun, aber zusammen mit dem Mivos String Quartet und den sehr klassisch anmutenden Sängerinnen ist es weit mehr als das.

08 Za! - WanananaiWer mitgezählt hat, dürfte bemerkt haben, dass es sich hier um das dritte Album in dieser Liste handelt, auf dem der Name es erst vor wenigen Tagen in die ewigen Jagdgründe gegangenen Labels Discorporate Records steht - das dürfte für sich sprechen. Und für sich sprechen seit jeher auch Za!, die ich leider immer noch nicht live erleben durfte. Diese Band zu erklären, ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, das muss man echt mal gehört haben!

09 Skeleton$ Big Band - Live at Issue Project RoomWenn es normal läuft, haben
Skeleton$ bei mir ein Abo auf die Jahrescharts, und so ist es für mich selbstverständlich, dass dieses Livealbum, das im Zuge des Re-Releases (ENDLICH!) vom Debüt Everybody Dance with your Steering Wheel ins Netz geschwappt ist, hier vertreten ist. Für mich eine der besten Bands überhaupt!

10 Uumans - FLIPPING OUT, Parts 1 & 2 Und wo wir gerade schon von
Everybody Dance with your Steering Wheel geredet haben, das ja noch von Matt Mehlan alleine eingespielt wurde, haben wir hier sein neuestes Soloprojekt. Natürlich hört man sofort, wen man da vor sich hat, und das ist auch gut so (vor allem, wenn es aktuell eigentlich nichts wirklich Neues von Skeleton$ gibt). Veröffentlicht übrigens erst in zwei Happen auf 7", dann weiterhin nur teilweise als Download und komplett dann auf Tape.
 


Nicht in meine Top Ten geschafft haben es diese Interpreten, zu denen ich nicht komplett Stellung nehmen möchte, hier und da aber doch was zu sagen habe:
 

Carcass - Surgical Steel 
Erst mal war ich sehr geflasht und habe mir das Vinyl schnell vorbestellt, aber dann doch wieder storniert, weil das zwar alles ganz nett und vor allem unpeinlich ist, ich das aber heutzutage nicht mehr wirklich brauche.

Scott Churchman - Ignore That Noise 
Gewohnt eigen und leider völlig unbekannt.

Death Grips - Governmental Plates 
Ärgere mich immer noch, dass das Konzert in Köln abgesagt wurde.
 
DUS-TI - EP
Schlagzeug, Trompete und Sampling, drauf gekommen tatsächlich durch den Kölner Stadtanzeiger.

Guapo - History of the Visitation 
Immer wieder atmosphärisch einzigartig, was die so machen.

Hollow Waves - Forces At Work 

Io Monade Stanca - Three Angles 

Elyas Khan - Brawl in paradise 
Wurde ja auch mal Zeit! Lieber hätte ich allerdings eine neue Nervous Cabaret-Platte, und live sehen möchte ich Elyas und/oder seine alte Band auch endlich mal.

John Lappin - Alas 
Der Hirsch Effekt-Bassist kann es auch alleine ganz gut, obwohl es mich überrascht, dass mir so was gefällt. Ist aber so.

Mädchendreck - Friendly fire 

Mothlite - Máthair 

Mr Protector - Gumbo 

Necro Deathmort - EP1
Mal ganz anders unterwegs. Hat auch seinen Reiz, aber an ihr Debüt kommen sie wohl nie mehr ran.

Nonstop Spritzen - Metalmekka Málaga 

Conny Ochs - Black Happy 
Eigentlich gar nicht meine Musik, aber live hat mich das erreicht, und die Platte finde ich auch gut (seine anderen Sachen, auch die mit Wino, allerdings nicht so).

Postures - s/t 

Residual Echoes - The Middle Path 

Marc Ribot's Ceramic Dog - Your Turn 

Rien - 2 
Ein Album wäre mir lieber gewesen als dieser Kleckerkram mit drei EPs - das wirkt gar nicht! Aber wenn nächstes Jahr 1 rauskommt, halt 1-3 hintereinander weg, dann wird alles gut.

Semi Playback - The Album of the Maturity 

Svin - Secretly we are gay 
An Heimat kommen die neuen Sachen nicht ganz ran, aber das Konzert hat gezeigt, dass man von Svin noch einiges erwarten darf.

Tongue - A Night You'll Never Remember Vol 3: Daydreaming Ride 

UR - s/t 

Vista Chino - Peace
Das Album klingt immer dann am besten, wenn sie nicht nach Kyuss klingen wollen, was bei der Besetzung und dieser Musik an sich natürlich echt schwierig ist. Hätte auf jeden Fall nie erwartet, dass mir diese Band Spaß machen könnte.


Das war's also für 2013. Habe gerade außer Pattern Is Movement, deren Maxisingle ich hier mangels Songmasse jetzt bewusst nicht aufgelistet habe (ist aber natürlich super!), gerade gar nicht so richtig auf dem Schirm, worauf ich nächstes Jahr warte, daher lasse ich einen Vorausblick mal weg. Von mir selbst gibt's auf jeden Fall was Neues, hoffentlich auch mal wieder Solozeugs...
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