30 September 2012

Gitarren-Looper und Mike Gamble

Ich habe mir letztens einen Looper gekauft, diesen hier nämlich:
Ist gleichzeitig ein Delay, und der Clou ist, dass man den Delay-Effekt mit dem jeweiligen Loop synchronisieren kann. Schon Wahnsinn, was man da einfach nur spontan hinkriegt. Ein bisschen blöd ist, dass man nur drei Delay-Effekte abspeichern kann, aber im Prinzip hat man das schnell eingestellt mit den entsprechenden Reglern; so richtig nachzuvollziehen ist dieser Makel aber dennoch nicht.

Naja, als ich da so rumprobierte, fiel mir spontan diese wirklich hervorragende Platte aus dem letzten Jahr ein:
Ich weiß gar nicht genau, in welchem Zusammenhang ich darauf gestoßen bin, aber ich weiß noch, dass es in diesem Blog gewesen ist. Steven Walcott, der Betreiber des Blogs, schreibt dort u.a. über Musik, die eigentlich nicht wirklich was für mich ist (obwohl manches nicht uninteressant erscheint). Außerdem betreibt er ein kleines Label namens Engine Studios.
Eine seiner Veröffentlichungen aus dem letzten Jahr war eben Mike Gamble's Loomer. Als ich diesen Eintrag in seinem Blog fand, konnte man das Album dort noch komplett für lau runterladen, mittlerweile geht dies nur noch kostenpflichtig bei http://mikegambleloomer.bandcamp.com/releases (wobei $5 or more wirklich nicht die Welt sind). Die CD, die ich mir bei ihm bestellt habe, gibt es sicherlich auch noch im Netz, auf der Bandcamp-Seite wird sie allerdings nicht angeboten. Getaggt ist das Album dort mit "experimental indie electronic improvised Brooklyn", und das geht wohl auch in Ordnung.  
Mike Gamble spielt auf Loomer alles selbst, wobei "alles" in erster Linie seine Gitarre und ein Schlagzeug sind. Wichtigste Gitarren-Utensilien sind Looper und Delay, von daher kommt s nicht von Ungefähr, dass ich bei meinen ersten Versuchen mit dem Digitech JamMan Delay an diese Platte denken musste.
Tatsächlich hatte ich schon letztes Jahr gedacht, dass ich so ein Album auch mal gerne aufnehmen würde. Ich müsste nur mal das Drumkit im Keller entstauben, mit neuen Fellen versehen und mir irgendwohin stellen, wo ich da auch draufschlagen kann. Dann könnte ich noch mein 8-Spur von Tascam reaktivieren und so richtig old schoolig was aufnehmen.
Mike Gamble hat es vorgemacht:

Da das mit dem Schlagzeug sicherlich erst mal nicht hinhaut (Proberaum suchen, Drumkit neu aufrüsten usw. fände ich gerade etwas zu nervig), von daher werde ich erst einmal mit Drumloops arbeiten, denke ich. Ist zwar nicht dasselbe, weil ich so auf einen Click achten muss und nicht hinterher schludrig eingespielte Gitarren mit einem gleicherweise schludrigen Drumming versehen kann, aber es ist auf jeden Fall eine willkommene Herausforderung, diese Diskrepanz so aufzulösen, dass das Endergebnis trotzdem halbwegs organisch klingt. Hat bei daghoti. ja auch mal geklappt, warum also nicht?
Bis es soweit ist, dass ich Ergebnisse präsentieren kann, empfehle ich also einfach, mal in Loomer von Mike Gamble reinzuhören.

In dem Zusammenhang sei auch die Band Carlton Melton erwähnt, die mir ein netter Herr beim diesjährigen South of Mainstream-Festival empfahl; vor Ort konnte ich verbilligt (wegen Eselsohr im Cover) das Vinyl des Albums Country Ways erstehen. Musikalisch ist das (grob) zwar eher so die Americana Drone-Ecke der letzten vier Earth-Scheiben, aber ich höre hier durchaus Parallelen. Auf den schon sehr bald erscheinenden Nachfolger Photos Of Photos freue ich mich auf jeden Fall schon sehr. Einen vielversprechenden Appetizer gibt es hier.

n.p.: Mike Gamble - Loomer (s.o.)

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