30 Dezember 2011

Top Zehn Zwanzig-Elf iii. (argh!!!)

Ja, ist es denn die Möglichkeit!? Da kommt mir vorgestern dieses Anfang November von einem wahren Musikliebhaber auf seinem Label herausgebrachtes Album unter, und ich bin versucht, meine Charts umzuschreiben - weil es noch so frisch ist, wäre sogar ein Platz in den Top 5 möglich!

Doch Gemach, Gemach...

Im Grunde bin ich der Auffassung, dass die OFFIZIELLEN Jahres-Charts mit ihrer Veröffentlichung dicht sind, d.h. alle später hinzustoßenden Alben können lediglich in den (ungeschriebenen) inoffiziellen Jahres-Charts eine Rolle spielen. Doof ist nur, dass das Jahr 2011 zum jetzigen Zeitpukt ja noch läuft und ich die schreiende Ungerechtigkeit sehe, die Mike Gamble hier erleiden muss!
Wem?!?

Na, dem jungen Mann hier:
Ich stieß auf ihn über das Label Layered Music, bei dem z.B. Youngblood BrassBand und Cougar sind. Sein Album Loomer erscheint zwar nicht über Layered, aber dafür demnächst das seiner Band The INbetweens, bei der übrigens neben einem Youngblood BrassBand-Mitglied tatsächlich noch der Sohn von Legende Keith Jarrett mit am Start ist, was selbstverständlich zu etwas mehr Aufmerksamkeit führt und einiges erwarten lässt.

Wie dem auch sei - Loomer erscheint beim Brooklyner (Jazz-) Label Engine Studios, dessen Inhaber Steven Walcott so nett war, das Album komplett zum Gratis-Download in seinem Blog anzubieten - vielen Dank dafür (aber ich habe mir trotzdem auch noch die CD bestellt).
Zur Musik sei nur gesagt, dass Gamble alleine mit verschiedensten Instrumente feine Loop-Landschaften erstellt ("all at once, with no pre-existing loops or overdubs"), die wunderbar einlullend sind.  
Walcott selbst beschreibt die Musik und seine Beweggründe, die Platte rauszubringen, ganz gut:
"I love beats and downtempo trip hop style music, but am often not satisfied with the level of musical ability you find on these records.
When I went to house party show and saw Mike playing drums, making loops on his drum machine and improvising bass loops and guitar with his dubby Memory Man thrown in at tasteful points, I definitely thought his music would fit well on my label."
Sehr schön, ich bin begeistert!
n.p.: Mike Gamble - Loomer (erster inoffizieller Charts-2011-Eindringling...)

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27 Dezember 2011

Top Zehn Zwanzig-Elf ii.

Mir wäre da wohl was aufgefallen - finde das hier ganz hübsch und geistreich:
Z  Skeleton$ - People
W  SchnAAk - Wake up Colossus
A  The Beach Boys - The SMiLE Sessions
N  Svin - Heimat
Z  broken.heart.collector -s/t
I  Capillary Action - Capsized
G  Heinali And Matt Finney - Ain't No Night
E  The Psychic Paramount - II
L  Beastie Boys - Hot Sauce Committee Pt. II
F  Priestbird -Beachcombers 
 Wollte nur die Welt auch daran teilhaben lassen... ;)

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22 Dezember 2011

Top Zehn Zwanzig-Elf (inkl. Appendix)

Das Jahr war musikalisch gut. Nicht so überragend, dass hinten viele Platten rausgefallen sind, aber absolut zufriedenstellend und im vorderen Bereich sogar spektakulär.
Manche anfangs besonders gemochte Platten sind im Laufe der Monaten zwar leicht abgesackt, aber gut sind sie auch Ende des Jahres immer noch.
Here we go:
01 Skeleton$ - People
02 SchnAAk - Wake up Colossus
03 The Beach Boys - The SMiLE Sessions
04 Svin - Heimat
05 broken.heart.collector -s/t
06 Capillary Action - Capsized
07 Heinali And Matt Finney - Ain't No Night
08 The Psychic Paramount - II
09 Beastie Boys - Hot Sauce Committee Pt. II
10 Priestbird -Beachcombers 

Bei den ersten beiden Plätzen habe ich mich etwas schwergetan - eigentlich müsste es eine Doppelspitze sein, aber wenn ich mich entscheiden muss, dann sind es eben Skeleton$ - wunderbare Platte! Ich denke zwar, dass Lucas immer noch ihre beste Platte ist, aber im Prinzip gibt es hier rein gar nix zu motzen. Super Songs, super Texte, super Cover, super Band!
Einfach fiel/fällt mir diese Entscheidung aber nicht, denn das bedeutete schließlich, dass ich dem eigentlich nicht minder wunderbaren SchnAAk-Album noch was vorziehen musste, und das ist eigentlich nicht richtig! Jaja, 1st world problems...
2:54 bis Ende bei Whoop Whoop auf jeden Fall die besten eineinhalb Musikminuten des Jahres!
Die endlich-doch-noch-offizielle Veröffentlichung von The Beach Boys kann man zwar auch doof und überflüssig finden, weil zum einen einiges bereits bekannt war und man natürlich an vielen Stellen hören kann, dass hier nicht alles fertig geworden ist. Ich persönlich bin trotzdem begeistert und möchte das hiermit offiziell bekunden.
Eine Platte/Band aus dem Nichts ist Heimat von Svin. Letztens hat Jon Pfeffer von den ebenfalls in meinen Top 10 platzierten Capillary Action auf seiner Facebook-Seite die Frage gestellt (und auch aus seiner Sicht beantwortet), warum manche Komponisten "dissonant, discomforting, or even physically painful music" komponieren. Könnte man sehr gut an Svin weiterleiten.
Die Frage aus der Konsumentensicht zu beantworten, ist übrigens auch nicht ganz uninteressant: warum finde ich sowas eigentlich gut?
Bei broken.heart.collector handelt es sich zwar um Bulbul +2, aber herausgekommen sind nicht Bulbul +2, sondern eine komplett neue Band, die ein dauerhaft interessantes Debüt mit sauviel Atmosphäre aufgenommen hat.
Jonathan Pfeffer hat mit Capsized wohl seine musikalische Richtung gefunden, denn er führt darauf den Weg fort, den er auf der So embarrassing-Tour begonnen hat. Ich freue mich für ihn, aber auch ganz uneigennützig für mich, denn so komme ich in den Genuss einer rundum gelungenen Platte.
Heinali And Matt Finney haben auf Pfeffers Frage (s.o.) sicherlich auch eine Antwort. Interessant bei diesem Duo ist, dass die beiden tausende von Kilometern voneinander entfernt leben und sich nur einer um die Musik kümmert, während der andere nicht minder "dissonant, discomforting, or even physically painful" Texte dazu schreibt und einspricht.
Ain't No Night von Heinali And Matt Finney ist zwar nur eine EP, aber mit einer guten halben Stunde habe ich einfach mal beide reingenommen.
Ab jetzt  waren die Plätze heiß umkämpft, denn es kamen mehrere Kandidaten in Betracht. The Psychic Paramount sind dabei mit ihrem wirklich besonderen zweiten Album in letzter Minute noch am irgendwie innovationsbefreiten Beastie Boys-Comeback vorbeigezogen. Lärm mit Niveau!
Die Beastie Boys lieferten 2011 eine faustdicke Überraschung ab, am Ende des Jahres steht ihr Album aber nicht mehr so weit oben wie anfangs gedacht; nichtsdestotrotz könnte man das Album gefühlsmäßig im Prinzip auch ganz nach oben setzen, außer Konkurrenz quasi.
Beachcombers von Priestbird ist ebenfalls ein überraschendes Album, vor allem weil ich es anfangs irgendwie gar nicht mal sooo doll fand. Mir das Teil schönzuhören, klappte aber bestens. Ist am Ende doch eine wirklich sehr überzeugende und interessante Platte geworden, nicht nur wenn man bedenkt, dass die letzte Platte von ihnen komplett anders klang und die Vorgängerband Tarantula A.D. hieß, was sich irgendwie kaum noch nachvollziehen lässt.

Nicht unter die ersten Zehn gekommen, aber z.T. nur knapp dahinter sind folgende Alben:

The Book of Knots - Garden of Fainting Stars (leider nicht so "dissonant, discomforting, or even physically painful" wie die ersten beiden)
Ed Wood Jr - Silence (leider nicht ganz so toll wie anfangs gedacht)
Faust - Something dirty (so geht Postrock!)
Japanische Kampfhörspiele - Kaputte nackte Affen (überraschend geschmeidiger Schwanengsang)
David Lynch - Crazy Clown Time (überraschend gut, obwohl absolut unüberraschend)
Liturgy - Aesthethica (zu lang, als Halbstundenalbum wäre das vielleicht in den Top Ten gewesen)
Make A Rising - New I Fealing (leider nur eine EP, sonst mehr)
Mars Red Sky - s/t (unspektakulär zwar, aber...)
The Men - Leave home (vielleicht tue ich dem Album unrecht, wenn ich es nicht in die Top Ten mit reinnehme!?)
Necro Deathmort - Music of Bleak Origin (nicht so gut wie das erste, aber immer noch super und möglicherweise doch besser als gedacht)
Omega Massif - Karpathia (siehe Necro Deathmort)
Radiohead - The King of the Limbs (aber bitte in der From the Basement-Version)
Rotor - Festsaal Kreuzberg (schön dass es eine Liveplatte von ihnen gibt, mehr aber auch nicht)
Seven That Spells - Death and Resurrection of Krautrock: AUM (immer wieder gerne)
Teddy DuChamp - Chicago Wende (sehr sympathische Band, die zudem gute Musik macht - bitte demnächst mehr davon)
TeTsuo Big Band - DVD (Respekt, dass sie dieses Projekt verwirklicht haben!)
TeTsuo + L'Oeillère - Los 3 Compañeros Desperdicios (leider nur eine EP, aber...)
Trillian - Creature Teacher (irgendwie ambivalente Platte zwischen Provinzialität und Weltläufigkeit)
Za! - Megaflow (Reibungsverlust im Laufe des Jahres, aber immer noch herrlich kaputt)

Und nein - die Bad as me von Tom Waits habe ich tatsächlich noch gar nicht gehört. Dies gilt wie immer auch in für viele andere Alben, die dann vielleicht nächstes Jahr oder so noch nachgeholt werden...

Live habe ich mich übrigens am meisten darüber gefreut, dass es mir möglich war, TeTsuo nach Köln zu holen, und da Nicolas aka L'Oeillère ebenfalls dabei war, konnte ich mich praktischerweise auch gleich bei ihm revanchieren und darüber freuen, ihn auch noch mal hören/sehen zu dürfen. Hat sich gelohnt!
Ansonsten waren Spring Offensive eine unverhoffte Überraschung, The Hirsch Effekt habe ich endlich mal gesehen (wie geil die waren!), und bei dem Gig habe ich mit Teddy DuChamp auch gleich noch eine sympathische Truppe kennengelernt.
Ansonsten war ich dieses Jahr nicht auf so vielen Konzerten wie 2010, glaube ich. Warum auch immer...

Ach so, einen Jahressampler habe ich auch (wieder) gemacht. Witzigerweise würde dieser old-school-mäßig ziemlich genau auf eine C90-Kassette passen:
A-Seite
01 Faust - Tell The Bitch To Go Home [Something Dirty]
02 Battles feat. Matias Aguayo -  Ice Cream [Gloss Drop]
03 Necro Deathmort - Jaffanaut [Music of Bleak Origin]
04 The Book of Knots feat. Blixa Bargeld -  Drosophila Melanogaster [Garden Of Fainting Stars]
05 Liturgy - Generation [Aesthethica]
06 Make A Rising - Nommo Days [New I Fealing]
07 The Beach Boys - Do You Like Worms (Roll Plymouth Rock) [The SMiLE Sessions]
08 Beastie Boys - Say It [Hot Sauce Committee Part Two]
09 Za! - Bomboklat #2: Egli na bomboklat [Megaflow]
10 Spring Offensive - A Stutter and a Start [Oktober MMXI]
11 Japanische Kampfhörspiele - was, wenn? [Kaputte nackte Affen]
12 Capillary Action - Feeding Frenzy [Capsized]

B-Seite
01 SchnAAk - knuus [Wake up Colossus]
02 Skeleton$ -  L'il Rich [People]
03 Svin - Illilu [Heimat]
04 Teddy DuChamp - Charles W Morgan [Chicago Wende]
05 Heinali And Matt Finney - Ain't No Night [Ain't No Night]
06 David Lynch - So Glad [Crazy Clown Time]
07 The Men - Bataille [Leave Home]
08 Little Tybee - Nero [Humorous To Bees]
09 Pendikel - Der mit dem Hammer [Pendikeland]
10 broken.heart.collector - Another Heart Bites The Dust [broken.heart.collector]
11 Radiohead - Lotus Flower [The King Of Limbs (From The Basement)]
12 Gabby La La - 4 Square [I Know You Know I Know]

Kommt mir so vor, als wäre das der zugänglichste Jahressampler seit langem - das Alter macht sich wohl bemerkbar...

n.p.: Jahressampler von jemand anderem - wusste gar nicht, dass DJ Shadow dieses Jahr was rausgebracht hat!?

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