31 März 2010

1. Vierteljahr vorbei

Irgendwie ist das Jahr bislang nicht so ergiebig wie die letzten beiden, aber es gibt durchaus schon jetzt ein paar recht gute Sachen, zu denen ich mich nun kurz (in alphabetischer Reihenfolge) äußern möchte:

Extra Life - Made Flesh
Hm, im Grunde bin ich mir mittlerweile gar nicht mehr so sicher, ob ich die Platte wirklich hier nennen sollte, denn zuletzt hat sie mich eher genervt. Ich meine, die Idee, Tool, Morrissey und Robert Wyatt (Vergleich stammt nicht von mir, passt aber gut) zu mixen, ist eigentlich ganz witzig, und die Umsetzung ist auch super gelungen, nur weiß ich halt aktuell nicht, ob ich mir das auch tatsächlich anhören soll. Hm... 

The Hirsch Effekt - Holon : Hiberno
Tja, hier sieht die Sache dann schon anders aus, denn diese Mischung aus Blumfeld, Coheed and Cambria, Devin Townsend, Voivod und Meshuggah hat mich doch eine ganze Weile auf Trab gehalten. Musste zwar nach einer Woche Dauerbeschallung erst einmal eine Pause einlegen, aber das ändert nichts daran, dass dieses Album ein Kandidat für die ersten fünf Plätze ist.

Japanische Kampfhörspiele - Bilder fressen Strom
Ganz ehrlich - ich hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet, dass mir eine Platte von denen so gut gefallen würde, dass ich sie auch tatsächlich hören möchte. Insofern war das eine faustdicke Überraschung. Besonders die Instrumentalstücke sind wunderbar, und für das komplett improvisierte und daher in dieser Form einmalige Dimebag-Darrell-Gedächtnis-Gitarrensolo in Milchkrieg müsste man René einen Orden verleihen! 

Mr Protector - Pétrol
Wenngleich man bei zwei der neun Songs das Gefühl hat, dass sie nicht ganz zuendegedacht wurden, ist das hier durchaus ein Album, das mir bislang viel Freude bereitet hat. Wieder einmal courtesy of my favourite label ATRDR - die können's einfach!

Nine Inch Nails - Another version of the truth (The Gift)
Keine Ahnung, ob man diese DVD überhaupt hier nennen sollte, denn es ist halt kein Album und außerdem irgendwie von 2009. Naja, ist aber erst dieses Jahr gratis auf die Leute losgelassen worden und kann durchaus mit kommerziellen Produkten mithalten. So rockig waren NIN nie, und das steht ihnen sehr gut. Trent Reznor wird außerdem irgendwie immer sympathischer...

Pit Er Pat - The Flexible Entertainer
Diese beiden außergewöhnlichen Musiker kommer mir irgendwie wie eine beschwingtere und nicht so verbitterte Version von Portishead. Habe mittlerweile auch ältere Alben von ihnen gehört - geil!

So So Modern - Crude Futures
Zuerst fand ich, dass auf der Platte auch ebenso gut Foals draufstehen konnte, aber davon kommt man mit der Zeit immer mehr ab, denn die Neuseeländer sind wesentlich vielseitiger. Hätte sie gerne live gesehen, aber sie spielten am selben Abend, als ich zu TeTsuo nach Brüssel gefahren bin (was ich auch nicht bereut habe).

Triclops! - Helpers on the other side
Leider nicht mehr so proggig wie das letzte Album, aber dafür mit Classic Rock-Tendenzen und ein bisschen NWOBHM (Thin Lizzy und frühe Iron Maiden), was die Sache dann doch wieder interessant macht, zumal die Trademarks der Band (z.B. der komische Effekt-Gesang) nach wie vor noch vorkommen und ausgelebt werden. Gut so! 

Triptykon - Eparistera Daimones
Diese Riffs waren schon vor 20 Jahren abgenudelt und klingen auf dem neuen Album des Celtic Frost-Kopfes Tom Warrior trotzdem so fies und gewaltig, dass man es kaum glauben mag. Naja, so ähnlich war es ja letztes Jahr bei Heaven and Hell (aka Black Sabbath mit Dio) schon. Würde mal sagen, dass Heavy Metal heutzutage nur so geht! Mag manch einem zu platt sein, aber man könnte es auch true nennen.
Habe mir daraufhin übrigens auch mal die letzte Celtic Frost angehört und festgestellt, dass sie sogar noch besser zu sein scheint; zumindest ist sie etwas vielseitiger.

Weiß jetzt nicht genau, ob ich auch schon die 3 von Rien nennen soll. Kennen tue ich die EP schon, gut ist sie auch (wenn auch viel zu kurz), aber sie kommt erst im 2. Quartal raus (genau wie Dead Western und die Calva-Split). Hebe ich mir besser mal auf. Nicht dass ich Ende Juni nicht genügend Platten aufführen kann... ;)

n.p.: Celtic Frost - Monotheist (Wahnsinn, wie evil die ist!)

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26 März 2010

Rien va plus - und schon wieder die kleinen Französinnen...

So, bevor ich mich mit Ablauf eines Quartals den ersten ernstzunehmenden Alben des Jahres 2010 zuwende, muss ich mal wieder eine weitere Entdeckung aus unserem Nachbarland vorstellen, die es (auch mal wieder) in sich hat!
Postrock ist ja nicht wirklich mein Genre, obwohl ich mir sicher bin, dass ich ein paar Jahre früher absolut steil darauf gegangen wäre. Heutzutage fehlt mir allerdings schlichtweg die Zeit, mich dieser Musik angemessen zu widmen. Ich will dafür einfach nur ganz selten Zeit "opfern". Es gibt zwar Ausnahmen, aber dabei handelt es sich wie z.B. bei The impossible leap in one hundred simple steps von FROM MONUMENT TO MASSES in der Regel um Alben/Bands, die noch etwas mehr zu bieten haben als endlose mäandernde Songaufbauten. So verwundert es auch kaum, dass die zufällig von mir gefundenen Rien aus Grenoble nicht einfach nur Postrock spielen, sondern eine krude Mischung aus David Lynch-Filmusik (Angelo Badalamenti, Barry Adamson) und Ennio Morricone, Serge Gainsbourg, Radiohead und Pink Floyd. Manchmal schimmern sogar die loungemäßigen Parts von Mr Bungle's Disco Volante durch.

Auf die Band gekommen bin ich freilich wieder einmal durch mein Lieblingslabel ATRDR, die auf die Band Câlin aufmerksam machten. Diese haben bei L’Amicale Underground (eine übrigens ebenfalls sehr empfehlenswerte) EP veröffentlicht. Als ich dort im Downloadbreich spazierenging, fand ich Rien, deren Alben Requiem Pour Des Baroqueux und Il ne peut y avoir de prédiction sans avenir (bzw. There Can't Be Any Prediction Without Future) dort sogar gratis zur Verfügung standen. Verdammt - klang das gut!

Da ich immer noch nur mit einem Bein im MP3-Zeitalter angekommen bin, machte ich mich sofort auf die Suche nach den CDs, die lt. Labelhomepage ausverkauft waren, was vor allem deshalb schade war, weil das Artwork sehr liebevoll gestaltet wurde (aus dem Cover des zweiten Albums kann man eine Pyramide falten!). Tatsächlich fand ich beide auch sehr schnell, und aktuell warte ich darauf, dass ich sie aus meinem Briefkasten fischen kann.

Was soll ich sagen - wer ganz besonderen Postrock hören möchte, der sollte mal ein Ohr riskieren und darf bei Gefallen sogar freiwillig Geld dafür abdrücken, wenn er Lust hat:
- Il ne peut y avoir de prédiction sans avenir

Demnächst kommt übrigens eine neue EP, und möglicherweise erscheint dieses Jahr sogar noch ein Album. Wunderbar!

Bei YouTube gibt es auch ein paar Livevideos:











Dann will ich mal hoffen, dass sie es auch mal bis nach Deutschland schaffen!

n.p.: Rien - alles, was ich kriegen kann (was sonst!?!)

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