31 Dezember 2009

Letzte Meldung des Jahres

Wollte nur noch mal das festhalten, was ich ja bereits am 11.08. angemerkt habe - irgendwas haben die hier verändert! Mal dauert das Veröffentlichen der Posts ewig, und fast immer nerven die merkwürdigen Zeilenümbrüche, die der veränderte Editor generiert.

Früher war alles besser. Gilt 2010 wahrscheinlich auch noch.

Wiederhören.

n.p.: Black to Comm - Alphabet 1968
(ein am letzten Tag des Jahres entdecktes 2009er-Album, das ich mir mal genauer anhören muss)

27 Dezember 2009

Nachtrag: Platten des Jahrzehnts

Vermutlich werde ich auch in Zukunft noch Platten finden, die eigentlich auch in die Listen gehört hätte, die ich hier schon reingestellt habe (hier und hier). Bei Third von Portishead war mir das allerdings irgendwie schon in dem Moment klar, als ich die beiden Jahrzehntsampler eingetütet hatte.

Ein bisschen sind sie allerdings selbst dran schuld, denn das VÖ-Datum Ende April 2008 machte aus Third ja irgendwie ein Sommeralbum, und wenn es eines gibt, was Portishead nicht können, dann sind das wohl Sommeralben. Ich nahm mir also vor, die Platte erst so ab Spätherbst intensiv zu hören, aber natürlich hatte ich das bis dahin vergessen.

In meinem Rückblick auf das Jahr 2008 tauchte sie zwar dennoch auf, aber nur in der Rubrik "auch noch gut waren". Das lag daran, dass mir wohl aufgefallen war, wie besonders das Album war, aber zu diesem Zeitpunkt hatte ich es nicht so oft gehört, um einen Bezug zu ihm aufbauen zu können. Stattdessen rückte es quasi mit dieser Nennung auf der Alben-die-ich-mir-mal-genauer-anhören-muss-Prioritätenliste noch einmal ein gutes Stückchen höher, aber es musste trotzdem noch zehn Monate dauern, bis dies dann auch tatsächlich geschah.

Mittlerweile bin ich fast der Meinung, dass Third unter die ersten zehn des Jahrzehnts gehört, denn Portishead haben das Rezept ihrer beiden ersten Alben in die Tonne getreten, ohne es dabei zu verleugnen. So toll Dummy und der selbstbetitelte Nachfolger waren, wäre es mehr als zehn Jahre danach aus künstlerischer Sicht m.E. lächerlich gewesen, noch einmal sowas zu machen. Stattdessen servierten sie krautiges Lo-Fi-Zeugs, das mitunter ziemlich sperrig daherkam (die erste Singleauskopplung Machine Gun war diesbezüglich schon sehr frech gewählt). Und dieser Mut wurde belohnt, denn die Platte hat sich gut verkauft und meist sehr gute Kritiken eingefahren. Recht so!


Ich habe jetzt nicht wirklich Lust,  das für mich aus diesem Album herausragende Stück Hunter nachträglich noch in einen der beiden Jahrzehntsampler einzubauen, aber reingehört hätte der Song definitiv. Mal gucken, ob ich die Dinger noch auf Festplatte habe, dann mache ich es vielleicht doch noch.
Andererseits ist dieser Blogeintrag ja wohl nachträgliche Huldigung genug, oder!?

P.S.: Unlängst haben sie einen neuen Song auf ihre Website gestellt. Offenbar verfolgen sie den auf Third eingeschlagenen Weg weiter. Ob sie danach wieder elf Jahre Pause machen und erst dann wieder was Neues und Überraschendes raushauen?

n.p.: Portishead - Third 
(wenn man das Vinyl davon hört, wünscht man sich, dass alle Platten als Doppel-Vinyl mit 45rpm rauskommen)



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26 Dezember 2009

2009

Fünf Tage vor dem Jahreswechsel kann man das ja wohl machen...

ALBEN (einfach mal alphabetisch, weil ich die dieses Jahr bis auf die beste einfach nicht in eine Reihefolge kriege):
Andromeda Mega Express Orchestra - Take off!
Gavin Castleton - Home
Dÿse - Lieder sind Brüder der Revolution
Kiss Kiss - The Meek shall inherit what's left
The Mars Volta - Octahedron
Omar Rodriguez-Lopez - Xenophanes
Skeletonbreath - Eagle's Nest, Devil's Cave
Sonic Youth - The Eternal
Sufjan Stevens - The BQE
Tapetto Traci - Neurula
TeTsuo - Cousu Main
Urlaub in Polen - Liquid
We Insist! - The Babel inside was terrible


EPs: 
Cage - I never knew you EP
Wyo Stars (Ex-Howl) - Basuco Spells EP
schnAAk - women on ships are bad luck
Ulme - The Sea in me
Urfaust - Einsiedler


DEMOS:
Bros N'Cons - Demos
Party Girls - Shitty Demos


SONSTIGES:
Dÿse - Plaste 

Gut waren auch noch:
The Adrian Belew Power Trio - e
Celan - halo
Evangelista - Prince of Truth
Michael Clay & Adrian Belew - a cup of coffee and a slice of time
Les Claypool - Of Fungi and Foe
The Cocker Spaniels - Sometimes You Gotta Fight To Get A Bit Of Peace
Drums Are For Parades - Artificial Sacrificial Darkness in the Temple of the Damned
Eisenvater - IV
Heaven & Hell - The devil you know
Ilse Lau - Abbreviation Hits
Mastodon - Crack the Skye
Mouth - Rhizome
Napalm Death - Time waits for no Slave
Stebmo - s/t
Upsilon Acrux - Radian Futura
The Void's Last Stand - A Sun By Rising Set
Zombi - Spirit Animal


Nicht so gut wie erhofft waren:
Absztrakkt - Das Buch der drei Ringe
Cougar - Patriot
John Frusciante - The Empyrean
Keelhaul - Triumphant Return to Obscurity
OSI - Blood
Devin Townsend Project - Ki

Ulme - tropic of taurus

JAHRESSAMPLER (17 Tracks in genau einer Stunde)
01 Wyo Stars - Glown
02 Ulme - Clonus
03 Stebmo - Holding Patterns
04 The Cocker Spaniels - Small Stone
05 We Insist! - Cogent Stories
06 Tapetto Traci - Déraison
07 TeTsuo (feat. Dawn McCarthy) - Bill's Men
08 Gavin Castleton (feat. Lauren Coleman) - Sugar on the Sheets
09 Skeletonbreath - Dick Tracy
10 Kiss Kiss - Hate
11 Cougar - Florida Logic
12 Urlaub In Polen - Sweet Candy Piper
13 Sonic Youth - Malibu Gas Station
14 Omar Rodriguez-Lopez - Maria Celeste
15 The Mars Volta - Teflon
16 Dÿse - Supermachineeyon
17 Michael Clay & Adrian Belew - Union Terminal 

n.p.: Django Reinhardt - Djangology - The Complete Recordings 1934 - 1937 (gerade MP3-mäßig für 4,99.- bei amazon abgegriffen)

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21 Dezember 2009

Ins Detail gegangen (Nachtrag: Lieblingsband)

Wie gesagt - von The Mars Volta würde ausnahmslos jedes der fünf Studioalben die Höchstnote bekommen. Oft genug frage ich mich aber dann doch, welche von ihnen denn wohl meine Lieblingsplatte von ihnen sein könnte.

Nun denn...
De-loused In The Comatorium ist mein Lieblingsalbum von TMV, weil es damals so eine Überraschung war. Zwar hatte ich bekanntlich schon bei Relationship Of Command von At The Drive-In gemutmaßt, dass da jemand ein bisschen zu viel King Crimson gehört hat; aber nicht nur weil ich dafür ausgelacht wurde, war ich mir diesbezüglich dann doch etwas unsicher.
Das Debütalbum der neuen Band verriet aber, dass King Crimson wohl nicht die einzige Prog-Band war, die offenbar gerne gehört wurde, denn hier hörte ich Sachen raus, die für die alternative crowd ziemlich unsexy waren. Ich hielt die ganze Sache geradezu für einen Affront oder aber einen Witz - das konnten die doch nicht ernst meinen!
Mir gefiel das super, aber wie viele ATD-I-Fans kann man bitteschön vor den Kopf stoßen, wenn man ihnen derart komprimiert Einflüsse um die Ohren haut, die diese Leute im Original nicht mal mit der Kneifzange anfassen würden? Geile Sache!

De-loused in the comatorium
kann aber nicht mein Lieblingsalbum von TMV sein, weil sämtliche Alben danach sonst abgewertet würden. Zu diesem Zeitpunkt konnte man nur erahnen, was für eine besondere Band sie waren, aber wissen konnte man noch nicht, ob sie diese Qualität würden halten können. Und vielleicht war es ja tatsächlich nur ein Witz!?

Frances The Mute
ist mein Lieblingsalbum von TMV, weil sie sogar noch eine Kelle drauflegten und nun endlich die ersten zugeben mussten, dass sie nicht mehr gewillt waren, dieser Band zu folgen. Und diejenigen, die sich das noch nicht eingestehen konnten, waren zumindest zum größten Teil schon mal verwirrt. Sowas finde ich immer super, ebenso wie den Größenwahn, der sich hier erstmals andeutete.

Frances The Mute
kann aber nicht mein Lieblingsalbum von TMV sein, weil die Band doch tatsächlich zugunsten von ein bisschen Geplucker und Gefiepe darauf verzichtete, den wunderbaren und m.E. für den Hörkontext ungemein wichtigen Titeltrack mit auf das Album zu nehmen. Größenwahnsinn schön und gut, aber geht's noch?!

 Amputechture ist mein Lieblingsalbum von TMV, weil ich es erst blöd fand. Mag komisch klingen, aber es ist doch so, dass Platten, mit denen man erst nichts anfangen kann und die dann auf einmal "Klick" machen, am Ende immer besonders gut und nicht selten sogar besser als andere sind, auf die man sofort steil gegangen ist. Amputechture war für mich zunächst einmal zu sperrig und unhörbar, als dass ich mich damit beschäftigen wollte.
Mit der Band hatte ich dann auch schnell abgeschlossen, worüber ich gar nicht so traurig war, denn die Gewissheit, sowas wie ein Fan von irgendwas zu werden, verursacht bei mir immer  Bauchschmerzen. Dann wurde mir jedoch unverhofft mit dem darauf folgenden Album The Bedlam in Goliath der Glauben an die Band zurückgegeben, und im Überschwang der Gefühle machte ich dann doch noch einmal einen Versuch. Interessanterweise hat das dann beim ersten Hören geklappt, und ich konnte gar nicht verstehen, warum ich sie erst nicht gemoch hatte. Sachen gibt's...

Amputechture
kann aber nicht mein Lieblingsalbum von TMV sein, weil das darauf enthaltene Asilos Magdalena der mit Abstand ätzendste Song der Band ist. Bestätigt wurde mir das spätestens beim Konzert im Palladium in Köln, als sie es im Akustikpart zum Besten gaben. Diese Einlage bremste für mich ein bis dahin rasant-tolles Konzert aus, und nachdem sie ihre Akustikeinlage angepisst beendet hatten, weil irgendwer in der ersten Reihe zu viel gequatscht hatte, bin ich nicht mehr reingekommen (es kam aber zum Glück auch nur noch ein knapp 20-minütiges Stück). Schlimmes Lied!
The Bedlam in Goliath ist mein Lieblingsalbum von TMV, weil sich die Band damit -wie gesagt- wieder bei mir zurückmeldete. Mit diesem überkandidelten, übertriebenen und zugekoksten Album war 2008 für mich eigentlich schon im Frühjahr musikalisch gelaufen, weil es besser nicht mehr werden konnte.

The Bedlam in Goliath kann aber nicht mein Lieblingsalbum von TMV sein, weil diese Adelung einer Drogenverherrlichung gleichkommen würde. Manchmal ist weniger mehr, und immer so viel kann sich selbst der hartgesottenste Hörer nicht täglich antun.

Octahedron ist mein Lieblingsalbum von TMV, weil es -ähnlich wie bei Amputechture- ein bisschen gedauert hat, bis es sich bei mir gesetzt hat. Es war zwar nicht so schlimm, dass es mir gar nicht gefiel, aber es erschien mir einfach wenig spektakulär, was aber nach The Bedlam in Goliath auch zu erwarten gewesen war.
Wie dem auch sei - nachdem ich mich eigentlich schon dazu entschieden hatte, dass Xenophanes von Omar Rodriguez-Lopez für mich die bessere TMV-Platte 2009 war, fiel mir wieder einmal von jetzt auf gleich auf, dass die Songs alle unglaublich gut waren und eine ruhigere Platte wie diese das Beste war, was sie nach The Bedlam in Goliath rausbringen konnten.

Octahedron kann aber nicht mein Lieblingsalbum von TMV sein, weil die Band zum ersten Mal berechenbar geworden war. Sie hatten schließlich angekündigt, eine ruhigere Platte folgen zu lassen, und an Octahedron war ergo rein gar nichts überraschend. Alle Platten vorher waren immer überraschend gewesen, weil man nicht wusste, was auf einen zukommt. Octahedron hingegen fügt sich ein bisschen zu glatt in die Diskographie ein.

Fazit: Als Musikkonsument freue ich mich, dass im Falle The Mars Volta tatsächlich immer das Album am besten für mich ist, das ich gerade höre. Besser geht's eigentlich nicht, oder!?
Interessant bleibt natürlich abzuwarten, wann sie das Album veröffentlichen, bei dem das nicht mehr so ist. Ich muss mich jetzt schon mal dazu zwingen, sie in diesem Fall nicht sofort fallen zu lassen. Das würde nämlich zu mir passen, wäre aber wohl ziemlich unfair...

now playing: Jahressampler


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12 Dezember 2009

Verhinderte(r) Musiker

Musikkritikern hängt man ja gerne an, dass sie nur deshalb so gerne an Musik rummäkeln, weil sie selber nie geschafft haben, etwas annähernd so Veröffentlichungswertes auf die Reihe zu bekommen. Gleiches gilt für Musiknazis wie mich, und vermutlich ist sogar was dran.

Habe mir ja letztens eine neue Gitarre gekauft, nachdem ich schon ewig nicht mehr richtig gespielt hatte. Anfang des Jahres hatte ich bekanntlich erstmals seit langer Zeit mal wieder einen richtigen Gitarrentrack gemacht; in den Jahren seit 1996 war da nicht mehr so viel, und daghoti. war vor allem Samplegeschiebe, bei dem ich nur hier und da mal was Kleines eingespielt habe.

Naja, so langsam hatte ich halt wieder Lust, und die neue Gitarre sollte nach der Initialzündung dazu führen, dass ich mich mal wieder mit diesem Instrument beschäftige. Bühnentauglich bin ich schon lange nicht mehr, und ich habe sogar festgestellt, dass ich im Stehen eigentlich gar nicht mehr spielen kann! Muss ich aber auch gar nicht, weil ich in den letzten Jahren eh immer nur gesessen habe, wenn ich was aufgenommen habe, und Robert Fripp sitzt ja schließlich auch.

Ca. zehn Jahre lang habe ich in Bands gespielt, bis ich es 1995 drangegeben habe, weil es sich gerade so ergab. Mit Ausnahme meiner letzten Band war ich immer für eine der jeweils zwei Gitarren zuständig gewesen, gleichzeitig aber auch für den Gesang, weswegen meine Parts dann oft eher überschaubar waren.
Nichtsdestotrotz konnte ich immer gut blenden, so dass jeder dachte, ich wäre richtig gut. Bei dem ersten Konzert meiner ersten richtigen Band habe ich z.B. bei der Bandvorstellung so ein völlig billiges Tapping-Solo gespielt, das offenbar so nachhaltig beeindruckte, dass ich fortan keine Rechenschaft mehr darüber schuldig war, wie gut oder wie schlecht ich bin. Tatsache war aber, dass ich mir oft genug einen abgebrochen habe, um die Sachen hinzukriegen, die sich unser erster Gitarrist so für mich ausgedacht hatte.
Bei der letzten Band, in der ich Gitarre spielte, hatte ich gegen Ende mal den Ehrgeiz, mehr zu spielen und gleichzeitig zu singen, was auch irgendwann ganz ordentlich klappte, aber dann bin ich bescheuerterweise wegen meiner damaligen Freundin () ausgestiegen und habe das nicht mehr weiter verfolgt. In der Band danach spielte ich Keyboards, da hatte sich das mit dem Gitarrespielen eh erledigt.

Ich bin nicht so der leidenschaftliche Festbeißer, und die Phasen in meinem Leben, in denen ich mich tatsächlich an etwas festbeißen wollte, sind von daher auch rar gesäht, aber zu dieser Zeit hätte es mit der Gitarre sogar klappen können.
Gitarre zu üben, hatte ich schon zu Zeiten, als ich noch Unterricht hatte, nie so recht eingesehen, und so habe ich meine Hausaufgaben dann immer erst eine halbe Stunde, bevor der Gitarrenlehrer kam, mal eben schnell gemacht. Begeistert war er selten, mir war's egal, weil der eh nur Sachen mit mir gemacht hat, die ich doof fand.
Hatte aber komischerweise auch umgekehrt irgendwie nie großen Bock, irgendwelche Lieblingsstücke oder Gitarrensoli zu lernen. Nach so Lagerfeuer-Nummern stand mir auch nie der Sinn, wobei ich das vielleicht schon gerne gekonnt hätte, aber drum kümmern wollte ich mich dann halt doch nie.
Wie gesagt - ich bin nicht so der Typ, der sich für sowas hinsetzt und stundenlang abmüht. Ich gebe mich schneller mit dem zufrieden, was ich habe, und fummle dann halt rum, bis ich das Gefühl habe, dass es mir gefällt. Dabei sind durchaus auch sehr geile Sachen rausgekommen, manchmal auch zufällig, was ich aber gar nicht verwerflich fand/finde. Ist so ein bisschen wie Scheitern als Chance...

Was ich damit sagen will - ich bin ein lausiger Gitarrist. Auch ein furchtbarer Sänger. Und Keyboards kann ich eigentlich auch nicht spielen. Geige und Xylophon, beides als Kind mal gelernt, kann ich auch nicht mehr; vielleicht konnte ich es nie, ist aber auch schon zu lange her, dass ich mich wirklich dran erinnern könnte. Auch nicht Bass, Schlagzeug und was ich über die Jahre sonst so spaßeshalber mal angepackt habe. Ich dilettiere halt so vor mich hin.
Und ja - vermutlich kompensiere ich sogar eigene Unzulänglichkeiten, wenn ich z.B. in meinen Ohren ätzendes Drumming wie das von Isis runtermache oder auch sonst gerne Haare in der Suppe suche und meist auch finde. Hören kann ich das nämlich schon, und ich wüsste auch, wie es besser gehen würde, aber besser machen könnte ich es selber so gut wie nie. Aber man kann ja zumindest so tun, nech!?

Nein, nein, das ist jetzt kein fishing for compliments hier, sondern durchaus ein Geständnis oder sowas in der Art. Vielleicht muss ich mich einfach ein bisschen unter Druck setzen, damit ich tatsächlich mal langsam mehr Gitarrespielen übe. Zumindest hängen die Klampfen hier jetzt alle schön an der Wand. Sieht nicht nur schick aus, sondern erinnert mich immer wieder an meinen Vorsatz, und tatsächlich nehme ich die eine oder andere zwischendrin auch mal runter, und wenn es nur für zwei Minuten oder sogar manchmal nur für ein Riff ist.
Grundsätzlich hätte ich nämlich möglicherweise wirklich noch mal Lust darauf, a) es krachen zu lassen und b) mal Sachen zu spielen, bei denen ich mich nachher selber wundere, dass ich sie gespielt habe. Und vielleicht auch noch mal auf eine Band. Als ich letztens im Wohnzimmer zu Supermachineeyon von Dÿse abrockte, meinte meine Frau, ich solle doch noch mal sowas machen. War mir vorher gar nicht so in den Sinn gekommen, zumindest nicht bewusst. Mal gucken...

n.p.: Andromeda Mega Express Orchestra - Take off! (Show off! ;)

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07 Dezember 2009

Lieblingsband

Die Frage "Was hörst Du denn so?" ist ja schon schlimm genug, denn was soll man denn bitteschön mit knapp drei Jahrzehnten Hörerfahrung und einer vierstelligen Anzahl von Tonträgern auf diese Frage mal eben antworten (dabei fällt mir ein, dass ich mal einen kannte, dessen damals ca. 300 CDs alle grob aus dem Death Metal-Bereich stammten)? Naja, zumindest kommt man bei der Frage nicht ins Schwitzen, sondern erläutert nur kurz, dass man das so nicht beantworten kann.
In Schwulitäten gerate ich aber immer wieder, wenn ich nach meiner "Lieblingsband" oder meinen "Lieblingsbands" befragt werde. Zum einen ist es schlimm, dass man sich bei seiner Antwort ja sogar noch mehr limitieren muss; zum anderen fällt es mir schlicht und ergreifend schwer, diese zu bestimmen. Ich bin zwar niemandem gegenüber Rechenschaft schuldig, aber wenn ich halt Band X und Interpret Y nenne, lasse ich doch Kapelle Z doch unter den Tisch fallen, und das wäre ja auch irgendwie nicht richtig...
Woran macht es also jetzt fest?
An der Anzahl der Tonträger, die man besitzt? In meinem Fall wären das wohl Primus, weil ich diese ganzen Live-Geschichten, die man im Netz käuflich erwerben konnte, habe. Könnte zwar mit dieser Nennung leben, aber sind sie auch wirklich meine Lieblingsband?!?
Und was ist in dem Fall mit Bands, die einfach nicht so viele Tonträger veröffentlicht haben? Zum einen also die, die sich zu schnell aufgelöst haben (als Beispiel seien einfach mal Bad Dudes genannt); zum anderen die, die noch nicht so viele Platten aufgenommen haben (auch hier nur ein Beispiel: Kiss Kiss)? Können die nicht auch, dürfen die überhaupt eine Lieblingsband sein?!? Wie lange muss die jeweilige Band dabei sein, damit man sich sicher sein kann?
Und was ist mit denen, die es schon ewig gibt, die aber in ihrer nahezu unübersichtlichen Diskographie auch ein paar Graupen-Platten dabei haben (King Crimson passen jetzt als Beispiel vielleicht nicht wirklich, weil mr spontan keine einzige Graupe einfällt, außerdem gibt es da zu viele unterschiedliche Besetzungen; dann nenne ich einfach mal die Rolling Stones oder so)?!?

Selbst wenn man sagt, dass einfach das Herz das entscheidet, komme ich ins Schleudern. Das mag zum einen daran liegen, dass ich kein Herz habe, zum anderen aber auch daran, dass diese emotionale Deutung einen ja noch mehr unter Druck setzt. Das ist so diese "Du bist meine allerallerallerbeste Freundin, und Inge ist nur meine allerallerbeste!"-mäßig...

OK, also steht schon mal fest: die eine Lieblingsband kann man (kann ICH!) schon mal gar nicht benennen. Wie viele dürfen es denn dann sein? Drei? Fünf? Neun? Oder ist das für diesen Begriff schon zu verschwenderisch?!?
Und was ist eigentlich, wenn man mitbekommt oder vielleicht sogar zufällig weiß, dass die Mitglieder einer Band, die man musikalisch einfach nur grandios findet, menschlich völlig inakzeptabel oder auch einfach nur unsympathisch sind? Als Beispiel seien der Einfachheit halber mal Slayer genannt, die sich ja schon mal politisch in die Nesseln gesetzt haben, oder von mir aus auch Marilyn Manson, mit dem man ja nicht wirklich befreundet sein will, weil er einfach nur ein Depp zu sein scheint.
Worauf ich hinauswill - muss eine Lieblingsband auch menschlich integer sein, um dieses Prädikat verliehen bekommen zu können?
Vielleicht muss man sich einfach vorstellen, dass man unter Androhung der Todesstrafe eine einzige nennen muss, dabei aber auch nicht einfach mal eben irgendeine nennen darf, nur damit man dem Henker entgeht.
Ich mache das jetzt mal.
Äh...
Also, ich...
Hm...
[räusper]
Puh...
Ähem...
Wie war die Frage noch mal?
OK, vielleicht traue ich mich jetzt einfach mal, offiziell zuzugeben, dass ich glaube, dass im Augenblick (!) eigentlich nur eine einzige Band in Frage kommt, von mir diesen Titel verliehen zu bekommen, weil ich ausnahmslos allen Studioalben (immerhin bereits fünf an der Zahl) die Höchstnote geben würde. Menschliches muss ich hier jetzt ausklammern, ebenso die Tatsache, dass ich der Meinung bin, dass viele ihrer Fans einem Missverständnis unterliegen und ich aus diesem Grund ein Problem (jaja, ganz soooo schlimm ist es jetzt auch nicht, hrr hrr) mit ihnen und vielleicht auch der Band habe.
So, und um die Spannung jetzt rauszunehmen (für manch einen ist es vielleicht gar nicht so spannend, und wer mich kennt, weiß jetzt eh schon, was kommt) -
The winner is...
Oder müsste es "The winners are" heißen? Bands sollte man doch immer im Plural konjugieren, oder!?

Also, meine derzeitige... ja, das muss noch mal betont werden, zumal ja mein Leben auf dem Spiel und der Henker hinter mir steht und mir gerade wirklich keine andere einfällt, auf die das auch ehrlich zutrifft bzw. zutreffen könnte... Lieblingsband ist wohl:

[TÄTÄTÄTÄÄÄ]
The Mars Volta.
OK, jetzt ist es raus. War ja auch albern genug, die Nummer hier...
now playing: The Mars Volta - Octahedron (ich hatte tatsächlich zwischenzeitlich mal gedacht, dass ich ihr nicht die Höchstnote geben würde, aber das ist jetzt vorbei...)

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Standort: Ehrenfeld, Germany

Why don't we do it in the road?