14 Februar 2009

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Zwar nicht auf dem Album, aber...:
Nothing Compares 2 U (cover) live

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08 Februar 2009

Spreading the disease (oder: Ohne Anthrax kein Metal?)

Ich bin ja in den 80ern aufgewachsen. Und zwar so richtig, d.h. Anfang der 80er sorgten die kommerziellen Ausleger der Neuen Deutschen Welle dafür, dass man auch als Fünft- oder Sechstklässler schon viel Musik hörte. Zwar war ich durch einen etwas älteren Freund (der einen deutlich älteren Bruder hatte) auf Stray Cats und etwas obskurere Rockabilly-Sachen gekommen, so dass ich durchaus neben dem ganzen Radio- und TV-Kram noch vergleichbar coolere Musik hörte. Die Stray Cats waren dann mit 13 auch mein erstes Konzert. Danach war ich durchaus ein zwar schon sehr musikinteressierter, aber in erster Linie durch Chartsmusik geprägter junger Gymnasiast. Die Bands der Stunde waren halt z.B. Frankie Goes To Hollywood (übrigens mein zweites Konzert, außerdem trat ich dem Fan-Club bei), Kajagoogoo, Duran Duran, Talk Talk und natürlich auch sonst alles, was beim sonntagabendlichen Pflichttermin auf SWF3 (heute SWR3) von Elmar Hörig unter das jugendliche Volk gebracht wurde. Weil ich Genesis (mit Phil Collins) gut fand, machte ich nebenbei auch noch mit den alten Genesis und sämtlichen Neben- bzw. Ausstiegsprojekten bekannt, aber vor allem war es wichtig, die Charts zu kennen, wobei es durchaus schon damals so war, dass ich nicht nur die Singles, sondern immer die ganzen Alben kennen musste, denn ich hatte spätestens bei FGTH gemerkt, dass die Nicht-Singles sogar noch besser sein konnten (Junge, Junge, das war ein wirklich heiliger Moment, als ich Welcome to the Pleasuredome vor mir liegen hatte; schließlich hatte ich bei einer Vorstellung im Radio schon mal Black Night White Light gehört und war völlig begeistert gewesen).

Wie das immer so ist, hat man vor allem Freunde, die musikalisch ähnlich gepolt sind, aber auch welche, die ganz andere Vorlieben haben. Einer aus meiner Parallelklasse war schon sehr früh metallisch angehaucht, und auch wenn ich das anfangs noch für Lärm hielt, wirkten die Musik und natürlich auch die ganze Cover-Ästhetik schon eine sehr seltsame Anziehungskraft auf mich aus. Dann gab es bei uns in der Stadt damals eine Metaller-Clique (die waren allerdings alle an der Hauptschule), die ich vor allem auf der Kirmes immer heimlich anhimmelte, wobei ich natürlich schon einen Heidenrespekt vor ihnen hatte, denn mit den langen Haaren, den engen Jeans und den Kutten sahen diese Kerle schon ziemlich übel gefährlich aus.
Der Grundstein war also auf jeden Fall bereits gelegt, aber ich verfolgte zunächst einmal vor allem mein Faible für Chartsmusik weiter, was auch deshalb wichtig war, weil ich
schon ab Klasse 7 zusammen mit einem Kumpel als Gegenpol zu den berüchtigten Obst-Feten der Oberstufe die später ebenfalls berüchtigten Mist-Feten der Mittelstufe organisierte und beschallte.
Neben den aktuellen Hits legten wir zwischendrin auch immer mal wieder vergleichbar etwas härtere Sachen auf, also Deep Purple, Whitesnake, Slade, später dann Van Halen, Bon Jovi und sowas. Den Song Black Betty von Ram Jam etablierten wir sogar als den Mist-Feten-Pogo-Höhepunkt (irgendwann haben wir davon sogar einen verlängerten Remix mit Mitsing-Gimmicks u.ä. angefertigt), und auf den Obst-Feten ein paar Jahre später war dieser Song immer noch nicht wegzudenken.
Irgendwann war dann auch der Punkt erreicht, dass wir der immer stärker werdenen Gitarrenfraktion auf diesen Feten auch mal Iron Maiden kredenzten (wir wollten es immer möglichst jedem recht machen und hatten so auch immer z.B. eine kleine Musikstrecke für die Grufties am Start). Diese Band fand ich zwar durchaus interessant, denn die Cover waren toll und der Schriftzug auf den Kutten der Stadt allgegenwärtig, aber mit dem Gesang konnte ich trotzdem eher nicht so viel anfangen. Erst mit Live After Death hörte ich ihn mir nach und nach schön, aber es war sowieso auch irgendwie im Jahr 1985, als sich bei mir einiges zu ändern begann.

Die Band Anthrax, deren Album Spreading the disease Christoph aus der Nachbarklasse anschleppte, gefiel mir irgendwie ziemlich gut. Die Musik war zwar hart, aber vom Gesang her
doch sehr melodisch, und vor allem sahen die Typen gar nicht so böse, sondern eher witzig aus (Slayer, die ich ebenfalls in diesem Jahr kennenlernte, klangen zwar irgendwie gar nicht so schlecht, aber irgendwie war mir das noch alles zu viel und zu heftig gewesen). Im selben Jahr kam besagter Christoph dann mit SOD um die Ecke. Der personelle Anthrax-Bezug war da und auch unüberhörbar, nur bretterte das hier alles noch einmal eine Ecke mehr, was ich durchaus auch nicht ganz schlecht fand.
Im Jahr darauf zement
ierte dann Among the living endgültig den Metal in meinem Herzen, wobei es neben der Musik wohl immer noch vor allem die Bermudashorts waren, die mich denken ließen, dass das alles doch gar nicht so schlimm war. Auch bei unseren Lehrern eckte man in diesem Outfit sicherlich weniger an, als wenn man mit Totenköpfen und Nieten am Gymnasium aufgetaucht wäre. Im Grunde waren Anthrax also die perfekte Band, einerseits aggressive und schnelle Musik hören zu können, andererseits aber nicht in die Drogentoten-Satanisten-Ecke gestellt zu werden. Und es war irgendwie auch cooler, anstelle von umgedrehten Kreuzen und Pentagrammen überall in der Schule "N.O.T." hinzuschmieren.
Naja, von da an ging es dann auf jeden Fall ab. Die Charts hatte ich zwar durchaus weiterhin im Blick (ich musste ja weiterhin Feten musikalisch bestreiten), aber ich saugte vor allem den harten Sound dieser Zeit auf bzw. holte Verpasstes nach, ohne dabei allerdings zum Dogmatiker zu werden (da ich auch ein paar Gruftie-Freunde hatte, bildete ich mich z.B. auch in dieser Richtung weiter).

Als jemand, der langsam in die midlife crisis eintritt, reflektiert man seine Vergangenheit ja immer öfter, und heute ist mir klar, dass es ohne Anthrax vielleicht anders gelaufen wäre. Musik ist nämlich nicht immer nur gänzlich Geschmacksache, sondern unterliegt vor allem auch einer gewissen Gewöhnung. Die meisten Leute, die z.B. Death Metal nur für undurchdringbaren Lärm halten, sind schlicht und ergreifend nicht an diese Art von Musik gewöhnt. Und wer weiß, ob ich mich wirklich an harte Musik so schnell und unverkrampft gewöhnt hätte, wären da nicht diese vergleichbar positiv und sympathisch auftretenden Jungs aus New York gewesen?

n.p.: SOD - Speak English or die
(damals hat keiner von uns geschnallt, wovon Billy Milano da eigentlich sang, aber wahrscheinlich wäre es uns auch egal gewesen)

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07 Februar 2009

Unsexy Musikvorlieben (reloaded)

So, auch wenn es peinlich ist - ich bekenne mich dazu, Nu Metal total geil zu finden! Natürlich ist mir die Limitierung dieses Genres bewusst, aber dieses typisches Stakkato-Riffing finde ich wirklich ganz groß. Gottseidank war ich nicht 16, als die erste Korn 'rauskam, denn zu der Musik hätte ich mir sicherlich einige Platzwunden zugezogen.
Und ja - Korn! Die finde ich zwar durchaus ambivalent, weil die Typen einfach echt nicht nur hässlich wie die Nacht sind/waren, sondern auch noch ziemlich albern. Vor dem Sound, den sie mitkreiert haben, knie ich aber nieder.
Der selbstbetitelten geht zwar spätestens ab der Mitte die Luft aus, doch als ich damals in Wales den Song Divine vorab auf einem Kerrang!-Kassettensampler hörte, fiel mir fast ein Ei aus der Hose (und als Sepultura mit Roots ebenfalls auf den Zug aufsprangen, wäre beinahe das andere fällig gewesen). Den Nachfolger Life is peachy fand ich bis auf den Opener doof, weil das ja irgendwie genau dasselbe war, und auch bei den Epigonen wurde schnell klar, dass Nu Metal auf Dauer nicht viel hergibt. Außerdem war ich schon Mitte 20 und fand das ganze Gehabe drumherum ziemlich kindisch.
Die nächsten Platten nahm ich daher nur noch am Rande wahr; auf MTVIVA wurde diese Art von Musik damals ja noch öfter gespielt. Ich redete mir ein, dass das Kiddiekram ist, aber insgeheim wippte mein Fuß durchaus mit, und Follow the leader und Issues ließ ich mir dann wohl auch von jemandem brennen (hörte sie aber eigentlich nie).

Irgendwann war sich auch die Musikpresse einig, dass die Band künstlerisch am Ende ist und man nicht mehr wirklich was von ihnen erwarten konnte (dabei hatten sie sich mit den letzten beiden Alben eigentlich durchaus bewegt, finde ich). Man lächelte eher über sie und wunderte sich, dass ihre Plattenfirma so an ihnen festhielt. Um sich bei der Allgemeinheit wieder interessant zu machen, inszenierte man einen Leaking-Skandal um Untouchables, und ich fiel insofern drauf herein, dass ich mir die angeblich aus Versehen ins Netz geratene unfinished version auch mal anhörte. Was soll ich sagen - ich war ziemlich begeistert, denn für mich war das wie Kajagoogoo mit verzerrten Gitarren (und dass ich Kajagoogoo gut finde, habe ich ja an anderer Stelle schon mal erwähnt).

In den Jahren danach hatte ich dann immer mal wieder eine Korn-Phase. Zuletzt erkannte ich, dass Life is peachy eigentlich doch ganz geil ist, und Follow the leader und Issues (die ich mir dann irgendwann doch mal angehört und sogar gekauft habe) sind eh total super.

Eine andere Genre-Band, die ich immer mal wieder auspacke, sind Limp Bizkit, die sicherlich ebenso albern waren/sind, aber auch den einen oder anderen überragenden Song am Start haben. Nookie z.B. finde ich immer noch unglaublich gut, und solange Fred Durst nicht zu viel rappt, sondern eher singt, macht er für mich eigentlich nicht viel falsch.

Natürlich habe ich auch eine Theorie, warum ich so Nu Metal-affin bin:
Primus habe ich bereits zu Frizzle Fry-Zeiten kennen und lieben gelernt (wobei der weitere Weg bei dieser Band für mich aber nicht geradlinig verlief; viele ihrer Platten, die ich bereits im Schrank stehen hatte, habe ich erst Jahre später wirklich entdeckt).
Man mache sich einmal die Mühe,
die Passage 1:56-3:01 aus dem Song Mr Knowitall neben Korn&Co zu halten - eigentlich die Blaupause für das Nu Metal-Geriffe, oder nicht?
Nun ist es natürlich auch kein Geheimnis mehr, wie sehr Primus z.B. Korn beeinflusst haben (schon der Opener Blind auf dem Debüt macht das ja ziemlich deutlich), und später wurden Primus ja sicherlich auch nicht ohne Grund auf die Family Values-Tour eingeladen.
Im Grunde haben mich also wohl schon Primus auf den Nu Metal-Trip gebracht.
Und das sage ich jetzt nicht, um diese Vorliebe, die viele Leute für peinlich halten, weniger peinlich zu machen; denn womöglich hätte ich das auch ohne Primus geil gefunden.

Manchmal wäre ich aber doch gerne 16, wenn sowas läuft...

n.p.: Korn - Untouchables
(totale Geilerei!)

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04 Februar 2009

It's official now - Bad Dudes sind Geschichte

Als ich noch bei last.fm war, waren Bad Dudes (übrigens nicht die Bad Dudes!) in meiner Playlist meilenweit vorne, und es ist wohl in der Tat so, dass ich in den letzten knapp dreieinhalb Jahren keine Band mehr gehört habe. Empfohlen worden waren sie mir seinerzeit von Jon Pfeffer (Capillary Action), der offenbar immer genau wusste, was ich gerne hören wollte, denn alles, was er mir damals 'rüberschob, war große Klasse. Bad Dudes waren jedoch noch etwas mehr - das selbstbetitelte Debüt schlug bei mir ein wie eine Bombe, und die Platte hat auch nach unendlich vielen Durchläufen immer noch nichts von ihrer Großartigkeit verloren.
Bis 2008 gab es dann nichts, was ich sehnlicher erwartete als den zweiten Streich dieser Kapelle. Zwischendrin gab es mal eine 7", aber die beiden wieder sehr gelungenen Stücke darauf (darunter eine Coverversion von The Kinks) machten das Warten ebenso wie die immer mal wieder bei YouTube auftauchenden Livevideos mit neuen Stücken nur noch unerträglicher.
Und dann kam endlich der Titelsong des neuen Albums Eat drugs mit dem Video, in der nicht die Band selber, wohl aber Leute auftauchten, von denen sie musikalisch beeinflusst waren:



Weil die Leute beim Label Retard Disco sehr fit waren, hatte ich das neue Album dann sogar einen Tag vor der offiziellen VÖ im Briefkasten. Schnell war klar, dass sie das Debüt nicht hatten toppen können, aber gelungen konnte man den Nachfolger durchaus trotzdem nennen. Die Produktion war im Vergleich schwachbrüstiger, wobei mir der trockenere Sound durchaus zusagte. Besonders die Stücke mit Gesang offenbarten aber eine gewisse Unsicherheit, denn die Stimme war nahezu bis zur Unkenntlichkeit mit Effekten zugeknallt worden, was die eigentlich guten Melodien leider etwas zukleisterte. Die Songs selber wirkten manchmal etwas uneinheitlich. Verglichen mit dem ersten Album klang Eat drugs merkwürdigerweise irgendwie mehr wie ein Debüt, so als ob die Band ein bisschen Angst vor der eigenen Courage hatte.
Wie gesagt - trotzdem war es eine sehr gute Platte mit einigen neuen Facetten, aber der Drive von früher fehlte, was aber sicherlich auch
mit daran lag, dass der Überraschungseffekt nicht mehr da war. 2005 war diese Musik für mich schließlich unverhofft vom Himmel gefallen, während ich jetzt ja schon wusste, was da auf mich zukam.

Nahezu zeitgleich erschien jedoch eine Platte, die einen Erklärungsansatz dafür liefern könnte, warum Eat drugs nicht so wie aus einem Guss klang. Gitarrist und Gründungsmitglied Brady Miller, der zusammen mit dem anderen Gitarristen Dan Gerchik bereits bei Miracle Chosuke gespielt hatte, war nach der Hälfte der Aufnahmen ausgestiegen und hatte mit Howl seine eigene Band aufgemacht. Auch der Schlagzeuger Benn und der Keyboarder Phil verließen die Band, so dass die zweite Hälfte von Eat Drugs mit neuem Personal eingespielt wurde. Offenbar war das der Anfang vom Ende, denn nach VÖ musste man Schlagzeuger Jesse (Ex-Upsilon Acrux) und Aushilfgitarristen Jesse (von Osma) wiederum durch zwei neue Gesichter ersetzen.

Und dann das Undenkbare - ohne Deal (bzw. nur mit einem popligen Vinyl-Deal bei dem Minilabel Deleted Art) kamen sie nach Europa auf Tour! Ich fragte mich zwar, wen das außer mir interessierte, aber mir selber war das im Grunde egal, denn es war klar, dass ich da hinfahren musste, wo immer sie auch spielen mochten. Nachdem ich mich zunächst damit abgefunden hatte, sie erst bei ihrem vorletzten Gig in Trier sehen zu können (wo ich im Auto auf dem Parkplatz zu nächtigen beabsichtigte), ergab es sich durch eine glückliche Fügung des Schicksals, dass ich bereits einen Monat früher in Leipzig ein Konzert von ihnen besuchen konnte.



Nachdem ich bereits in Leipzig gemerkt hatte, dass die fünf nicht unbedingt die engsten Freunde waren, war die Stimmung in Trier nahe dem Nullpunkt. Die Band war in (mindestens) zwei Lager gespalten - auf der einen Seite ganz alleine Bassist Daniel, auf der anderen Gitarrist Dan, während Keyboarder Gabe, Schlagzeuger Chris (jetzt bei Upsilon Acrux) und Gitarrist Mike vor allem versuchten, sich aus dem clash of Platzhirsche 'rauszuhalten.
Im Gespräch mit thinking man Dan, der sehr daran interessiert war, was meiner
Meinung nach "schlechter" an Eat Drugs im Vergleich zum Debüt war, erfuhr ich, dass letztendlich die ganzen Besetzungswechsel schuld daran wären, dass die Band nun am Ende war. Gabe, Chris und Mike wären zwar absolut gute Leute, aber es sei vom Gefühl her einfach nicht mehr dasselbe wie früher, und besonders Daniel und er würden irgendwie nicht mehr zusammenkommen. Es täte ihm leid für die drei anderen, aber für ihn wäre es ziemlich klar, dass man sich nach der Rückkehr auflösen würde.
Tatsächlich war vor allem Mike, der erst seit ein paar Monaten mit dabei gewesen war, ein bisschen geknickt, während Chris sich vor allem auf seine Zeit mit Upsilon Acrux freute, deren im Mai erscheinendes Album er mir im Laufe der Nacht noch vorspielte. Obwohl es anscheinend noch nicht ausgesprochen war, wussten auch die beiden, dass es Bad Dudes nach dem nächsten Konzert wohl eher nicht mehr geben würde (Keyboarder Gabe, der noch am längsten mit dabei gewesen war, wusste es sicherlich auch, aber er hielt sich an dem Abend vollkommen 'raus und guckte sich stattdessen die Gothic Party im Keller vom Ex-Haus an).

Naja, seit gestern ist es nun also offiziell, dass es nie wieder ein Bad Dudes-Album geben wird. Klar macht mich das traurig, aber sie hinterlassen neben einem absoluten Bombenalbum noch ein zweites sehr gutes sowie zwei Singles, von denen besonders die letzte (anlässlich der Europa-Tour) absolut famos ist. Auf meiner Festplatte habe ich zudem noch ein paar Livevideos, und im Kopf/Herzen bleiben die beiden Konzerte und der etwas schwermütige, aber dennoch sehr nette Abend in Trier zurück.

Zum Glück machen sie aber ja wohl auch weiterhin noch Musik:
Gabes neue Band Party Girls scheint ebenfalls ein Knaller zu sein, wenn sie das halten können, was sie mit den ersten drei Songs auf ihrer MySpace-Seite versprechen.
Die erste Howl-Platte ist in der Tat eigentlich besser als Eat Drugs, weil sie eben runder ist, aber ich fand bei Erstellung meiner Jahrescharts aus gegebenem Anlass, dass sie nicht vor Eat Drugs stehen durfte. Demnächst kommt das zweite Album, und ich bin mir ziemlich sicher, dass dabei wieder was 'rumkommen wird, was mir sehr gefallen wird, denn ich teile die Meinung der anderen Bad Dudes, dass Brady ein unglaublich talentierter Musiker ist.
Die neue Upsilon Acrux wird -das weiß ich je bereits- ebenfalls wieder super, und ich hoffe, dass sie ihren Plan, 2009 nach Deutschland zu kommen, auch umsetzen werden.
Und Dan? Er ist zwar kein Prog-Fan (das ist eigentlich eine irgendwie witzige Anekdote am Rande, wenn man sich Bad Dudes, aber auch schon Miracle Chosuke anhört), aber vielleicht wird sein nächstes Projekt gerade aus diesem Grund besonders interessant werden.

In diesem Sinne: Thank you for the music, Bad Dudes!

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Bei MySpace aufräumen

Schon krass, wenn ich meine friends da durchgucke - viele kenne ich gar nicht. Werde da vielleicht mal aufräumen demnächst...

n.p.: Party Girls - Get raped
(immer wieder die drei Songs von MySpace)

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01 Februar 2009

Bands, die mal gut waren (pt. i)

Metallica. Waren. Schon. Immer. Doof.
OK, manche Sachen waren gut. Trotzdem.

Bahnbrechend gut waren aber mal Red Hot Chili Peppers.
Unser Schlagzeuger, der rund vier Jahre älter als wir anderen war, fand die schon immer gut und kam dann 1987 mit Uplift Mofo Party Plan und leuchtenden Augen in den Proberaum. Zunächst tat ich sie genauso ab wie die anderen Bands, die er so anschleppte, aber irgendwann machte es "klick" - Mann, was fand ich die super! Mit 17/18 Jahren gab es damals kaum eine andere Band, mit der man sich besser als weirdo profilieren konnte! Da stimmte einfach alles, und besonders das nachgeholte zweite Album Freaky Styley hatte es mir angetan. Als Mother's Milk 'rausgekommen und für gut befunden war, ließ ich mir das Cover im Copyshop hinten groß auf meine Jeansjacke bügeln, und über die Sweet Child O'Mine-Stelle am Ende von Punk Rock Classic habe ich immer wieder herzlich gelacht. Den neuen Gitarristen fand ich auch ziemlich großartig, was sich noch steigerte, nachdem ich mir das Live-Video zugelegt hatte.
Dann kam irgendwann Blood Sugar Sex Magik - wow, was für ein Album!!! Irgendwie anders als die Sachen vorher, erdiger, ernsthafter und dann auch noch von Rick Rubin produziert, dessen Output ich damals wohl nahezu komplett im Schrank stehen hatte. Ich verschlang die Funky Monks-DVD, kaufte mir die Maxis mit den Bonustracks und war mir sicher, dass diese Platte der Hammer war.

Enter: Hype.

MTVIVA
nudelten die Songs kaputt, alle Welt fand Under the bridge toll und tanzte ausgelassen zu Give it away. Ich kaufte mir geradezu widerwillig eine Karte für das Konzert in der Philipshalle, freute mich aber viel mehr auf die Rollins Band, die als Vorgruppe angekündigt waren. Sie spielten nicht, stattdessen traten die noch unbekannten Fugees auf (zumindest habe ich heute irgendwie im Kopf, dass sie es waren), was ich schon mal ziemlich zum Kotzen fand. Das Publikum bestand fast nur aus fünfzehnjährigen Kiddies, und ich erwartete ein totales Scheißkonzert.
Mit dem Gitarristen meiner damaligen Band wettete ich um einen Kasten Bier, dass sie vom ersten Album mit Sicherheit gar nichts spielen würden. Tatsächlich begannen sie das Konzert mit zwei Stücken vom ersten Album, und auch sonst nahmen sie nur wenig Rücksicht auf die Erwartungshaltungen vor der Bühne. Die jüngsten Hits wurden allesamt eher lustlos 'runtergeschraddelt, und als der Drummer nach nicht einmal 90 Minuten Spielzeit sein komplettes Kit vom Podest kippte und somit klar war, dass es keine Zugabe geben würde, jubelte ich aus vollem Hals über diese Frechheit.
Ich fand das super!
Im Nachhinein ist das natürlich eine ziemlich alberne Einstellung gewesen, aber für mich hatten die Wellenreiter das damals einfach verdient, schließlich hatten sie mir (m)eine Lieblingsband "entwendet" (es war ja geradezu peinlich geworden, sich als Fan von ihnen zu outen), und die Band selber hatte ja schließlich sehr explizit klargemacht, wem sie die Treue halten wollte. Den Kasten Bier für unse
ren Gitarristen zahlte ich sehr gerne, aber Blood Sugar Sex Magik hörte ich immer seltener, und auch die alten Alben blieben öfter im Regal stehen.
Die One Hot Minute interessierte mich dennoch sehr, denn den neuen Gitarristen konnte ich gut leiden (außerdem fand ich seinen Bart gut und trimmte meinen eine Zeitlang ebenso). Der Hype ging aber leider weiter, und auch wenn ich die One Hot Minute heute immer noch gut finde, waren da schon ein paar ganz schön nervige Sachen drauf (Aeroplanes z.B.).

Dass
Frusciante, dessen erstes Soloalbum mich unglaublich umgehauen hatte, irgendwann zur Band zurückkehrte, hat mich vor allem insofern gefreut, dass er auf diese Weise aus dem Dreck 'rauskam und nicht elend in irgendeiner verlausten Hütte verrecken musste, aber verstanden habe ich es seinerzeit nicht, denn er war ja schließlich irgendwie aus dem gleichen Grund ausgestiegen wie ich.
Natürlich hörte ich mir auch Californication an und war ein bisschen geschockt. Nicht nur der Sound der Platte (das Mastering ist irgendwie völlig in die Hose gegangen - ich war mir damals sicher, dass meine Hochtöner im Sack sind), sondern auch die Songs fand ich furchtbar. Ähnlich wie bei James Hetfield war auch Kiedis' Wandlung zum Sänger eher abtörnend; damals in Düsseldorf hatte ich es für einen Witz gehalten, dass er bei Under the bridge so schief sang, aber das schien ja jetzt der Standard zu sein.

Naja, um es kurz zu machen: ich hörte einfach auf, Red Hot Chili Peppers zu hören und nahm von den nachfolgenden Alben nur noch die Singles wahr. Die meisten waren schlimm, lediglich Dani California fand ich irgendwie noch ganz gut, was aber vor allem an der Gitarrenarbeit lag. Ansonsten huldigte ich John Frusciantes Soloausflügen und gönne ihm diesen Ausgleich auch jetzt noch von Herzen.

Heute stellt die Band für mich irgendwie ein Problem dar, denn diese ganze Wandlung hat tatsächlich dazu geführt, dass ich selbst die alten Alben eigentlich gar nicht mehr hören will und dies auch schon eine ganze
Weile nicht mehr getan habe. Im
Früher waren die noch gut-Eintrag habe ich mich zu dieser Problematik ja bereits umfassend geäußert, aber besonders im Fall Red Hot Chili Peppers finde ich diese Entwicklung irgendwie doch jammerschade, denn sie waren in einer sehr wichtigen und hormongetränkten Phase meines Lebens allgegenwärtig und wichtig. Und da ich ja irgendwen dafür verantwortlich machen will/muss, nehme ich als Sündenbock einfach mal Anthony Kiedis, denn seine Vokalakrobatik kann ich irgendwie nicht mehr hören, auch nicht bei den alten Sachen (vielleicht spielt dabei auch mit 'rein, dass ich mal selber versucht habe, so zu klingen wie er, und mir das heute saupeinlich ist).

Schade, aber damals waren sie super!

n.p.: John Frusciante - Niandra LaDes
(eine der besten Platten der Welt)

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